NEUSEELAND 1

"Mit Mietwagen und Zelt auf der Nordinsel"
Ich erinnere mich zu Beginn meiner Reise den Wechsel von Ägypten nach Vietnam als krass empfunden zu haben. Was soll ich jetzt sagen. Megakrass ist das richtige Wort. Das fängt beim Toilettenpapier an, das ich ab sofort nicht mehr getrennt entsorgen muss und hört neben dem Preisgfüge bei der Atemluft auf. Der Sommer neigt sich hier langsam dem Ende zu. 
Klare, frische, smogfreie Meeresluft bei perfekten 25 Grad und fast wolkenlosem Himmel. Dabei glaubt man nach einigen Wochen Vietnam, an manchen Tagen sei die Luft dort angenehm. Das sind dann die Tage, wo man vom Gefühl her mit seiner Nase vom Auspuff eines LKW zum Auspuff eines Motorrollers wechselt.😂
Meine Anreise war dann doch länger als gedacht. Von Bangkok fast 11 Stunden bis Melborne und von dort kämpfte der Pilot 3 Stunden gegen die Auswirkungen eines Zyklons der Tage zuvor die Fidschis getroffen hatte. Durch meine mittelgroße Flugangst kein wahres Vergnügen. Ein Glas Rotwein tat schnell Abhilfe. 
Dass ich wirklich am anderen Ende der Welt angekommen bin, wurde mir spätestens beim Betrachten der Weltkarte eines neuseeländischen Reisebüros klar. Eine Weltkarte aus Sicht der Menschen aus Ozeanien. Wo bitte ist Deutschland?

Auckland ist eine schöne, angenehme Stadt, wenngleich es Stimmen gibt, die Stadt sei nicht Neuseeland. Da ich sonst noch nichts gesehen habe, bin ich unbefangen. Ruhig, sauber, geordnet und liberal empfinde ich Auckland. Eine wirklich colorful Rainbow Population wie es der Officel Guide Auckland beschreibt. Es gibt hier so viele Schwule und Lesben und alle leben tolerant miteinander. Für Schwule gibt es neben einer jährlichen Parade auch einen eigenen ATM der Bank of New Zealand. Äußerst tolerant.

Auckland ist ein wahres Multi-Kulti-Gemisch. Ich begegne auf der Straße innerhalb wenigen Minuten Indern, Chinesen, Afrikanern und sonstigen Asiaten. Wer hier Einheimischer, geschweige denn Maori ist, kann ich fast nicht sagen. Aber das kommt noch.
Es gibt viele Sehenswürdigkeiten zu erkunden. Segeltörn durch den Hafen, Stadtbummel und Sky Tower habe ich schon hinter mir. Bereits diese Aktivitäten haben meine Reisekasse stark schrumpfen lassen. Das Preisgefüge ist emens. Eine Liter Flasche Wasser kostet um die 2.50 Euro. Rechnet man das auf andere Lebensmittel oder Unternehmungen um, gilt es schon jetzt die Ausgaben zu begrenzen.
Das habe ich getan, in dem ich wie vor 25 Jahren, als ich anfing zu reisen und dies fast immer getan habe, in den Schlafsaal gewechselt bin. 8 Menschen unterschiedlicher Nationalität. Klar, alle sehr eigen. Meine Bettnachbarin, eine mittelschwer kranke Polin, hat noch etwas Probleme Ordnung in ihr Areal zu bekommen. Ich bin aber zuversichtlich. 
Der Typ aus Malaysia telefoniert die ganze Nacht mit Gott und der Welt und der sonnenverbrannte junge Mann aus London schnarcht wie der Teufel, da er abends genüsslich mindestens 10 Bier trinkt. Ich werde es sicherlich überleben.
Trotz Schlafentzuges habe ich eine Joggingtour durch den Hafen unternommen und prompt das Lob einer Einheimischen eingeheimst, die mich unerwartet ansprach. Ich habe sie zu einer neuen Bestzeit getrieben. Erst zu diesem Zeitpunkt sah ich ihre Startnummer. Sie war Teilnehmerin eines 5km Jedermann Laufes. Was bei ihr zu Frohlockungen führte, löste bei mir eine mittelschwere Enttäuschung aus. Ist meine derzeitige Laufform so schlecht oder lief die Dame so schnell?😩
Spätestens am dritten Tag Auckland habe ich mich in die Stadt verliebt und sie in meine Top Liste für lebenswerte Städte aufgenommen. Da ich noch mindestens zweimal befördert werde, kann ich mir das bestimmt leisten.😜
Willkommen in Neuseeland!

Sonntag, 06.03.2016

Immer wenn ich gefragt wurde, weshalb ich bislang noch nie Neuseeland bereist habe, war meine Antwort immer wieder die gleiche. Zu europäisch, naturlastig, durchorganisiert, Touristenströme und nur bedingt spannend bei hohem Preisgefüge.
Jetzt bin ich seit 2 Wochen im Land und bereue es keineswegs den weiten Weg hierher gefunden zu haben. Neuseeland muss man einfach lieben. Die Natur ist großartig, die Menschen sind herzlich nett, meist einfach, unkompliziert und straight. 
Die Ureinwohner Neuseelands, die Maori, haben das Land von Nord nach Süd besiedelt. Also bin auch ich zuerst an die Nordspitze des Landes gefahren. Von Auckland Fast 300 km über eine Art Landstraße, die mich an die Fahrt zu meinen Schweizer Freunden nach Bern erinnerte. Grüne Wiesen, mal leichte, mal vogesenähnliche Erhebungen. Dazu Schafe und Rinder, mehr als Saarbrücken Einwohner hat. Die Menschen betreiben hier meist Viehzucht oder leben von der Fischindustrie. Zwischendurch Wildwestdörfer, wo sich die Woche über Fuchs und Katz gute Nacht sagt. Dabei leben 3/4 der Kiwis auf der Nordinsel. Wen treffe ich da überhaupt noch auf der Südinsel?

Am nördlichsten Punkt, Cape Reinga, hatte ich echt Glück mit dem Wetter. Diese Ecke hat an weniger als 50 Tagen im Jahr freie Sicht. Meine Tageswanderung entlang eines 6stündigen Coasttrails konnte ich bei purem Sonnenschein erleben. Lediglich der Wind trieb mich manchmal gefährlich an die steilen Abhänge. Meine Art des Reisens, mit Zelt und Mietwagen, war die richtige Entscheidung. Spätestens beim Anblick des Campground am Cape war ich mir dessen sicher. Basic, aber mit kalter Dusche und Plumpsklo direkt am Meer. Dazu eine rauche See, Möven, einem Geruch nach Algen und Meerestang. 

Nur 15km vom Cape Reinga entfernt, dann ein ganz anderes Naturschauspiel. Sanddünen, so hoch, dass man mit Surfboards hinunter rutschen kann. Der Wind hat hier ganze Arbeit geleistet und riesige Sandberge angehäuft. In unmittelbarer Nähe grüne Wiesen mit Schafen im Kontrast mit Strand und Meer. Irre Szenerie. 

200km südlich vom Cape Reinga dann ein sehr authentisches Neuseelanderlebnis. In Paihia an der tropischen Ostküste der Nordinsel der Besuch des Maori-Dorfes Waitangi in der Bay of Islands. Dort steht auf den Treaty Grounds das berühmte Versammlungshaus (Treaty House), in dem 1840 der berühmte und bekannte Vertrag zwischen der Britischen Krone und den Maoris geschlossen wurde. Nach sehr authentischen Tänzen und Gesängen der Maori gab es das obligatorische Foto mit einem Maori, das mich aber nicht zufrieden stimmte. Doch es sollte noch besser kommen. Auf dem Rückweg sah ich am Meeresufer einen Maori sein Kanu putzen. Ein Maori wie man sich ihn vorstellt. Wild, verwegen, voller Tattoos, jedes für bestimmte Lebensereignisse stehend. Ich sprach ihn einfach an. Anscheinend gefiel ihm meine Glatze oder sonst was. Nach anfänglichem Zögern war er für ein paar Fotos zugänglich. Und was für welche.

Das zweifellos besondere an einer Neuseeland Reise ist die Tatsache, dass man sich immer in der Nähe von Wasser befindet. Klar, Neuseeland besteht aus Inseln, aber auch vielen Seen und Flüssen. Gerade am 90 Meilen Strand in der Nordwest Spitze der Nordinsel wird einem das bewusst. 150 km dient hier der Strand als Landstraße. Zwischendurch landet mal eine kleine Propellermaschine oder einer der vielen Fischer zieht seinen Fang an Land. 

Ich bin bislang auf überraschend viele deutsche Touristen getroffen. Neuseeland ist fest in deutscher Hand, so zumindest die Aussage einer Angestellten des Campingplatzes. Die meisten Reisen mit Wohnmobilen umher. Je lebensälter die Insassen, je größer und komfortabler das Wohnmobil.
Viele reisen für mehrere Monate durchs Land. Als Rentner oder Studenten, die vor Beginn des richtigen Arbeitslebens noch was von der Welt sehen wollen. Allen gemeinsam ist das Jammern bezüglich der Reisekosten. Bei einem durchschnittlichen Preis von 5 Euro für eine kleine Flasche Bier kein Wunder. Ich tröste mich damit, dass mein nächstes Reiseziel noch teurer wird. Der Flug nach Tahiti ist gebucht. Bis dahin hoffe ich aber noch auf viele Erlebnisse in Neuseeland.
Dienstag, 15.03.2016
Welches Land hat dir besser gefallen, Vietnam oder Neuseeland, war die Frage einer jungen Zukunftsstudentin, die mit ihrem Freund ein Jahr um die Welt reist. Überhaupt habe ich das Gefühl, dass ich ganz viele Menschen treffe, die unendlich viel Zeit zum Reisen haben.
Mein Antwort kam schnell. Beide Länder lassen sich nicht miteinander vergleichen. Beide sind auf ihre eigene Art und Weise interessant und spannend. Neuseeland hat einfach alles, was man sich als Traveller wünscht. Allzu verständlich, dass der Kiwi nicht so reisefreudig wie wir Europäer ist. Er hat einfach alles in seinem Land und alles im Überfluss.
Angefangen bei endlosen, teils einsamen Sandstränden, aber auch kuriosen Strandabschnitten. Einer davon ist zweifellos der Hot Water Beach auf der Coromandel Peninsula im Nordosten der Nordinsel. Nach einem erfrischenden Seebad im ca. 19 Grad warmen Pazifik buddelt man sich bei Ebbe einfach ein Loch im Sand und innerhalb weniger Minuten schießt aus dem Boden heißes Wasser aus der Tiefe empor und erwärmt den ausgekühlten Körper. Ein Sonnenbrand ist meist kostenlos einbegriffen. Geothermische Aktivität macht das Aufsteigen des teils kochenden Wassers möglich.
Der Strand ist auch bei Surfern sehr beliebt, türmen sich an guten Tagen die Wellen doch meterhoch gen Land. Surfer sind zweifellos ein Völkchen für sich. Coole Typen sind sie auf jeden Fall. So viel mir an zwei Tagen ein LKW-Fahrer auf, der seinen Truck einzig beladen mit seinem Surfboard ansteuerte und so seinen Feierabend verbrachte.
Der Nachbarstrand in Hahei erinnert an die Südsee. Strahlend weißer Sand auf Kilometer Länge. Breit, sauber und ideal zum Baden. Kein Wunder, dass im neuseeländischen Sommer der Ort aus allen Nähten platzt. Aus 700 werden dann 7000 Einwohner.

Neben dem Strand hatte es mir der General Store in Hahei angetan. Ein echter Kiwi Laden wie er zu meinen Jugendzeiten in Dirmingen noch zu finden war. Ein Drittel des Ladens nahm die Abteilung mit den gekühlten Bieren ein. Ich konnte einfach nicht widerstehen. Ein fiveteen Pack New Zealand Lager kam am Ende des Besuches über die Ladentheke. Zugegeben, eine Flasche Neuseeländischen Rotwein fand durch Zufall auch noch Platz in meiner Einkaufstüte. Kaum am Zeltplatz angekommen, nahm der Enterich den Geruch des geöffneten Rotweines wahr. Nach anfänglichem Schmusekurs gab es eine Kneifattacke Richtung Wade. 

Da der Rotwein noch an Volumen für den Abend gewinnen musste, gab es beim uploaden meiner Fotodaten schon mal als Appetizer ein gekühltes Lagerbier. Ich bin immer wieder mal auf die Hot Spots meines Internetproviders angewiesen, um meine Fotos zu sichern. Eine manchmal nervige Arbeit. Aber mittlerweile hat sich schon das ein oder andere Gigabyte angesammelt. Danach war der Rotwein auf Trinktemperatur und einem schönen Tagesabschluss am Traumstrand stand nichts mehr im Wege. Ich weiß, hört sich alles ziemlich nach Alki an. Ist aber nur temporär. Passt einfach zu einem Tag in Neuseeland. Die Ressourcen diesbezüglich sind hier einfach traumhaft.
Die Kiwi als Frucht gab es dann am nächsten Tag zur Wiedergutmachung der Sünden vom Vortag. Im Kiwi 360 dreht sich alles um die Kiwi. Von der Marmelade über Kiwiwein bis zum Plüschtier. 
Der Kiwi als Vogel steht noch aus. Die Hoffnung, das scheue, nachtaktive Tier läuft mir über den Weg, verlief bislang ergebnislos. 
Die Kiwi als Frucht gab es dann am nächsten Tag zur Wiedergutmachung der Sünden vom Vortag. Im Kiwi 360 dreht sich alles um die Kiwi. Von der Marmelade über Kiwiwein bis zum Plüschtier. 
Der Kiwi als Vogel steht noch aus. Die Hoffnung, das scheue, nachtaktive Tier läuft mir über den Weg, verlief bislang ergebnislos. 
Ganz anders als auf der Cormandel Halbinsel sah die Landschaft in Rotorua aus, einem der populärsten Urlaubsziele der Nordinsel. Aus unzähligen Erdspalten treten Schwefeldämpfe empor. Sie weisen auf heiße Quellen und heilende Thermalbäder hin. Zudem ist der Ort ein bedeutendes kulturelles Zentrum der Maori.
Im Thermal Wunderland staunte ich nicht schlecht, als ich die Farbpaletten der Geysire und blubbernden Schlammlöcher sah.

Bezüglich Maori Kultur sah ich mir eine zugeben touristische Show in Whakarewarewa, einem Thermal Village an. Ein Dorf inmitten heißer Schwefelquellen. Am Ende gab es eine Maori Vorführung mit allem aus dazu gehört. Auch der Begrüßungszeremonie, einem Berühren der Nasen. Klar, dass es mich im Publikum erwischt hat. Keiner hatte wohl eine längere Nase zum Plattdrücken. Dennoch war es witzig. Am Ende sprang wenigstens noch eine schöne Fotosession mit einem Maori heraus. Kia Ora.

Ich bewege mich mittlerweile Richtung Süden der Nordinsel. Direkt auf eine bekannte Weinanbau Gegend zu. Sieht momentan so aus, als ob das mit den alkoholischen Getränken eine NeverEnding Story wird.

Haere Mai.
Donnerstag, 24.03.2016
Natürlich gehen die Ereignisse in Europa nicht an mir vorbei. Neuseeland gilt als sicheres Reiseland, doch wo ist man heute noch vor Terror sicher. Nirgendwo. Das ganze Land ist an unzähligen Örtlichkeiten mittels Kameras überwacht. Polizei ist nur selten zu sehen. Alles wirkt recht entspannt. Mir ist klar, dass diese Situation sehr trügerisch sein kann. In meinem täglichen Alltag verdränge ich jedoch diesbezügliche Gedanken. Ich bin schließlich in Ferien.
Meine Reise hat mich mittlerweile nach Wellington, in die neuseeländische Hauptstadt geführt. Auckland hat mir wie beschrieben schon ausgesprochen zugesagt, aber Wellington ist der absolute Knaller. Berichte im Vorfeld haben eher unter als übertrieben. Eine kleine Stadt mit einem der schönsten Naturhäfen der Welt. Dazu eine Felsenküste, goldgelbe Stadtstrände, tolle Aussichtspunkte, vielfältiges Sportangebot, zahlreiche Kneipen und Bars, ungezwungene Kiwis und und und. Ich komme aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus. Die Stadt hat es bei mir in die Top 3 der lebenswertesten Städte der Welt geschafft. Und ich habe schon einige gesehen. Eigentlich wollte ich heute Abend an einem Abendlauf im Hafenviertel teilnehmen. Der Tagesabschluss an der Uferpromenade hat leider, oder vielleicht Gott sei Dank, alles zu Nichte gemacht. Nach dem ersten Glas Sauvignon Blanc war die Sache gegessen. Wäre sie wahrscheinlich auch sowieso gewesen, denn ich hatte schon 10 km Stadterkundung hinter mir. Es gibt einfach soviel zu sehen und zu entdecken. Das Wetter muss allerdings mitspielen. Und Wellington ist bekannt für sein stürmisches Wetter. Mir zeigt sich die Stadt bei 23 Grad und spätsommerlichen Temperaturen. 

Das mit dem Wetter war die vergangenen Tage nicht ganz so. Neuseeland von der herbstlichen und rauhen Seite zu erleben hat einige Ausdauer gekostet. Zunächst habe ich mich bei 16 Grad und Dauerregen in die Höhlen von Waitomo geflüchtet. Nicht irgendeine Höhle, eine weltberühmte und einmalige zugleich. Staglamiten und Staklatiten zu Beginn. Nichts neues und spektakuläres. Aber dann wurde es einmalig. Tausende Glühwürmchen an den Decken. Von weitem und nah zu sehen und zu erleben. Gigantisch. So viele, dass sie den Höhlenfluss beleuchteten. Dazu das Rauschen des unterirdischen Wasserfalles. Eine wirklich lohnenswerter Höhlenbesuch.

Am Tag danach immer noch Regen. Und das landesweit. Kein Zufluchtsort in Sicht. In der Nacht wurde es dann so heftig, dass ich nach bestandenem Seepferdchen kurz vor der Prüfung zum Rettungsschwimmer in meinem Zelt in eine Cabine auf dem Zeltplatz wechselte. Das Zeltmaterial hielt nicht mehr stand. War auch zu erwarten, schließlich war es ein Kompromiss zwischen Neuseeländischen Outdoorbedingungen und Südseestrand. 
Zum Glück sind die Top 10 Campingplätze mit allem ausgestattet was man sich als Camper wünscht. Küche, Essensraum, Aufenthaltsraum, Fernsehzimmer, Hobbyraum, Sporträumen, Kinderspielplatz, Laundry usw. 

Am nächsten Morgen sah die Welt allerdings nicht besser aus. Ich entschloss mich ein paar Highlights auszulassen und Napier anzureisen, ein gutes Stück südlicher. Hier versprach der Wetterbericht zumindest leichte Besserung. Aber auch Napier begrüßte mich zunächst mit Nieselregen und tiefen Wolken. Was manchen Menschen missmutig stimmt, ist für Fotografen oft eine gute Situation, um ausgefallene Fotos zu schießen. Der fast schwarze Vulkanstrand hob sich wunderschön von der weißen Gicht des Meeres ab.

Am dritten Tag wurde das Wetter dann wieder richtig gut. Jetzt zeigte sich Napier als schöne Art Deco Stadt. Ich kam mir wie am Ocean Drive in Miami vor, wo dieser Stil auch vorherrscht. Zudem leben die Menschen diesen Lebensstil. Ein entsprechendes Fest habe ich nur knapp verpasst. Die Anreise nach Wellington zog sich dann doch noch einen halben Tag. Was bei uns eine gut ausgebaute Landstraße ist, bezeichnen die Kiwis als Highway. 100 km ist die Höchstgeschwindigkeit. Unterwegs gibt es eigentlich immer was zu entdecken, sodass ich meistens nur 50 km in der Stunde schaffe. 

Und dann kam, wie schon angesprochen, Wellington. Beim ersten Bummel entlang der Hafenpromenade fiel mir schon ein Typ auf, der am Pier sein Hemd mit Schlips auszog, seinen Neopren überstreifte und, anscheinend hatte er Mittagspause, seine Bahnen im Hafenbecken drehte. In der Nähe zwei Frauen, die mit Blick auf die See ihre Kinder stillten. Dazwischen Jogger, so viele, wie ich sie bei uns nur bei einem Volkslauf sehe. Genau mein Ding diese Stadt. 
Ich bin so begeistert, dass ich mir einige Appartements mit Blick aufs Meer angeschaut habe. Danach trat dann zwar bezüglich Kosten eine Ernüchterung ein, die mich aber nicht abgeschreckt haben. Wenn die Lage stimmt, würde ich auch in einer Hundehütte wohnen.😂
Bleibt noch zu erwähnen, dass Wellington die Hauptstadt Neuseelands ist. Außer ein paar Anzugträgern spürt man davon aber nichts. Das Parlamentsgebäude ist aus Holz, wie eigentlich alles in Neuseeland. Jetzt verstehe ich, warum viele Hügel abgeholzt sind. Wenigstens forsten sie an einigen Stellen auf.
Von Ostern ist wenig zu spüren. Von Good Friday (Karfreitag) bis Ostermontag sind alle Geschäfte geschlossen. Alle Campingplätze sind ausgebucht. Der Kiwi nimmt jede Gelegenheit wahr, seinen Rasen zu mähen oder seine Freizeit in der Natur zu verbringen.
Ob ich noch auf die Südinsel übersetze, wird vom Wetter abhängen. Fest steht aber jetzt schon, dass ich noch einmal in "meinem" Jahr hierher kommen werde. Es gibt einfach zu viele Hotspots. 
Ansonsten fühle ich mich pudelwohl. Lediglich mein Tragarm für meine Kamera macht mir zu schaffen. Über drei Monate meine dicke Wumme zu tragen, hinterlässt Spuren. Statt Tennisarm, Kameraarm. Ein Handwechsel bringt ja bekanntlich Besserung😂.
Meine Gedanken kreisen schon über der Südsee. Mitte April verlasse ich Neuseeland Richtung Französisch Polynesien. 
Frohe Ostern!
Sonntag, 03.04.2016
Ostern ist vorbei und Neuseeland hat immer noch geschätzte 50 Mio. Schafe. Das Fest wird mir lange in Erinnerung bleiben. Eine wirklich besondere Osterwoche mit vielen Aktivitäten liegt hinter mir. In diesem Jahr lagen die Ostereier nicht nur entfernter, sondern auch etwas höher versteckt als gewöhnlich. 
Innerhalb einer Woche habe ich 7.500 Höhenmeter bewältigt und Neuseeland intensiv erwandert. Begonnen hat mein Adventure in New Plymouth am inaktiven Vulkan Taranaki. An diesem gibt es unzählige Rundwege und mehrstündige Traks. Die Gegend um den Taranaki bietet viel Abwechslung. Unendliche Küste, Vulkanstrände und meterhohe Wellen, die Surfer von überall anziehen. 
An Karfreitag war es dann soweit. Der Wetterbericht versprach mehrere Sonnenstunden, was aber nichts heißen mochte. Der Vulkan ist für sein eigenes Mikroklima bekannt. Innerhalb Minuten kann das Wetter umschlagen. 69 Tote an diesem Vulkan sind eine erschreckende Bilanz.
Mein ursprünglicher Plan, einen Rundweg in gemäßigter Höhe zu gehen, war spätestens an der Abzweigung zum Summit gecancelt. Es musste an dem Tag der Gipfel sein. Die Beine waren gut und der anfängliche Nebel mit dicken Wolken schreckte mich nicht ab. Nach fast 4 Stunden stand ich auf dem Gipfel. 2.500 Meter über Meeresspiegel. Awesome. Oben noch Eisfelder und ein fieser Wind, dafür eine geniale Aussicht. Die Strapazen hatten sich gelohnt. Den Rückweg empfand ich rückbetrachtend am schwierigsten. Teils 34 Grad Steilheit auf losem Vulkangestein ließen mich mehrmals zu Boden gehen. Nach 8 Stunden war das Abenteuer geschafft. Einem leckeren Belohnungsessen stand nichts mehr im Wege, wenngleich der Genuss etwas schwer fiel. Vor allem die Oberschenkel brannten.
Zwei Tage später stand der Tongariro Alpine Crossing an. Diese Eintageswanderung wird zu den Top 10 Touren in der Welt gezählt. Und als solche habe ich sie auch empfunden. Der Ruhetag zwischen den Wanderungen nutze ich um Wunden zu lecken. Dennoch war er sehr schmerzhaft. An diesem Tag haben sich die Wege meiner temporären Reisepartnerin getrennt. Take Care😘
Ostersonntag, 7 Uhr, startete ich mit einem Shuttle zum Ausgangspunkt des Traks. 9 Stunden später sollte es mich wieder am Endpunkt abholen. Um 8 Uhr setzte ich zur Wanderung an. Ein herrlicher Sonnentag mit angekündigten 14 Grad, was für diese Wanderung viel ist. Der Weg ist bekannt für wechselndes Wetter, starke Winde und schlecht ausgerüstete Wanderer. Dazu musste auch ich mich leider zählen. Nicht gerade mit Südseekleider, aber auch nicht trekkingtauglich würde ich meine Ausrüstung beschreiben. 
Ich war ungefähr 400 Meter gegangen, da passierte der fotografische Supergau. Meine Armhalterung, die meine Kamera hielt, löste sich und die Kamera fiel aus ungefähr 1 Meter Höhe zu Boden. Äußerlich war nichts zu erkennen, Erleichterung. Diese schwenkte kurz danach um, als ich ein Foto schießen wollte. Die Sucherscheibe hatte sich durch den Aufprall gelöst. Ich musste sie wieder in die Halterung bekommen. Wer selbst fotografiert weiß, dass man diese nur mit Spezialwerkzeug anfassen darf. Ansonsten kann es zu Fehlbelichtungen kommen. Mein Spezialwerkzeug waren meine kalten Finger. Es gab jedoch keine Alternative. Und zu meiner Überraschung gelang es mir sie zu befestigen. Schnell ein paar Probeschüsse, alles ok. Erneut Erleichterung.
Was ich dann in den folgenden 8 Stunden erlebte, war unbeschreiblich. Ein Weg über und über gespickt mit dampfenden Vulkanen, Kraterseen, Schwefelquellen und Ausblicken die ihresgleichen suchen. So schön, dass hier auch Szenen für Herr der Ringe gedreht wurden. 

2 Minuten vor Deadline war ich am Shuttle. Nicht wegen fehlender Kondition, eher wegen tausenden Stopps mit Booooaaaah Erlebnis und sagen wir ein, zwei Fotoaufnahmen. Ok, können auch 1 oder 2000 gewesen sein.😂

Ostermontag waren die Beine zu meiner Überraschung ebenfalls gut. Anscheinend war mein Körper schon darauf eingestellt, was ich von ihm abverlangte. Aber ich konnte von der großartigen Landschaft einfach nicht genug bekommen. 
Ich fuhr ins benachbarte Skigebiet der Kiwis, zum noch aktiven Vulkan Ruapehu. Ja, richtig gehört. Die Kiwis fahren an einem aktiven Vulkan Ski. Schon ein bisschen verrückt. Vom Fuße geht es mit einem Sessellift auf 2000 Meter, von wo der Aufstieg zum Kratersee des Raipehu beginnt, der bei knapp 2.800 Meter liegt. Übrigens der höchste Gipfel der Nordinsel. Zuvor nahm ich mir noch für eine Tasse Kaffee im höchstgelegenen Café Neuseelands Zeit. Nebenbei habe ich mir meine bislang teuersten Handschuhe gekauft. Es blieb mir an diesem Morgen nichts anderes übrig. Mir wären bei 5 Grad und zügiger Morgenluft die Finger abgefallen.
Der Weg zum Gipfel war unbeschildert und das zum Teil durch unwegsames Gelände. Lavastein und große feste Gesteinsbrocken machten mir zu schaffen. Auch machten sich die "Taranaki-Beine" bemerkbar. Dazu immer noch die Kamera in der Hand. Zudem musste ich um 16 Uhr wieder am Lift sein, sonst hätte ich die Nacht auf 2000 Meter verbringen müssen. Mit meinen Kleidern wäre ich dort noch in 100 Jahren taufrisch zu bestaunen gewesen.😂
Als mir dann ca. 1 Stunde vor dem Gipfel Profikletterer mit Helm und Seil entgegen kamen, war mir klar, das würde ich zumindest heute nicht schaffen. Ich brach ab. Im Nachhinein war es genau die richtige Entscheidung. Schon beim runter gehen zog es sich plötzlich zu und ich hatte eine feste, dicke Wolkenschicht über mir. Hätte es aus dieser geregnet wäre es echt brenzlig geworden. Die Tour hat mich gelernt, Bergtouren nicht zu unterschätzen.
Aber auch ohne Erreichen des Gipfels hatte sich die Tour gelohnt. Spektakuläre Ausblicke, auch auf meine Wanderstrecke tags zuvor, waren die Entlohnung. Amazing!
Die Landschaft ließ mich nicht los und so nahm mir für den nächsten Tag wieder das Tongariro Alpine Crossing vor. Diesmal mit dem Vorhaben bei Halbzeit auf den Gipfel des Tongariro abzuzweigen. Doch alles sollte ganz anders kommen. 
Nach 10 Prozent geschaffter Wegstrecke, die Beteiligten wissen was damit gemeint ist😄, schloss ich auf Valeriane und Isabel auf. Beide haben sich nach ihrem Abi Geld in Australien und Neuseeland verdient und reisen für geplante 4 Wochen durch Neuseeland. Zwei echt liebenswerte Menschen. Die Chemie stimmte sofort und wir beschlossen bis zu meiner Abzweigung zusammen zu gehen. An der besagten Stelle war das Wetter mittlerweile innerhalb Minuten so schlecht geworden, dass ich meinen angestrebten Gipfel im Nebel überhaupt nicht mehr sehen konnte. Was ich am Vortag gelernt hatte, konnte ich sofort anwenden. Planänderung. Wir beschlossen gemeinsam den Tongariro Alpine Crossing zu gehen. Eine im Nachhinein betrachtet super Entscheidung. Wir haben zusammen einen verrückten Tag erlebt, mit eigenen Wegen, die uns nicht nur über den Kraterrand des Red Crater geführt haben, sondern auch über gefühlte 50 Prozent😁😳steile Abstiege, die bei einem Fehltritt in einem Schwefelsee geendet hätten.

Am gleichen Abend waren wir zu kaputt um noch zusammen einen Absacker zu trinken bzw. etwas zu kochen. Doch das holten wir am nächsten Tag in Wellington nach. Wir ließen es richtig krachen mit Avocado Tomaten Salat, Lachs und neuseeländischem Rotwein. Unser Trek stand vollends unter dem Motto "No Risk, No Fun"! Nebenbei lernte ich dann noch wie man sich eine Zigarette dreht.😎

In wenigen Minuten legt meine Fähre auf die Südinsel an und ich habe nur noch 10 Tage. Schon jetzt ist klar, dass ich für die Südinsel mehr Zeit brauche. Daher plane ich Ende des Jahres wieder nach Neuseeland zu kommen. 
Wer Neuseeland bereist hat, ist eigentlich für sein ganzes Leben versaut. Ähnlich wie beim Tauchen, wenn man gleich bei seinem ersten Tauchgang einen Walhai sieht. Was soll einen danach noch zum Staunen bringen?
Wie sollen mir zukünftig die Vogesenwanderungen oder die Schweizer Landschaften gefallen, wenn ich hier so verwöhnt wurde? Um es in einem aufgeschnappten Spruch eines Touri über Neuseeland zu beschreiben. "This is a lonely Place to Die".

Montag, 11.04.2016

Der Geruch in dem beschaulichen Städtchen Kaikoura wird mir noch lange in den Kleidern hängen. Selten war ich an einem Ort der mich derart hat fühlen lassen am Meer, rauer Küste und bei Meeresbewohnern zu sein. Kaikoura heißt soviel wie Langusten essen und das wird hier tagtäglich zelebriert. Schon bei der Anreise fielen mir gut 30km vor dem Ort die ersten Langusten Verkaufsstände auf. 
Meine Anreise nach Kaikoura begann von Picton, dem Ort wo die Interislander Fähre von der Nordinsel kommend, anlegt. Ein kleiner, netter Ort, der sich anbietet ein paar Tage zu verweilen, was auch ich getan habe. 
Was ich mit dem Anlegen der Fähre noch nicht gewusst habe, dass die kommende Woche zu meiner neuseeländischen Gourmetwoche werden sollte. Nach der harten Wanderwoche eine gelungene Abwechslung. Doch der Reihe nach. Picton bietet sich als idealer Ausgangspunkt für die nähere Umgebung an. Diese besteht zum einen aus den Marlborought Sounds und der bedeutendsten Weingegend Neuseelands um Blenheim.

Mein erster Ausflug galt Havelock, der Hauptstadt der grünen Gourmet Muschel. Schon die Anreise war beeindruckend. Entlang des Queen Charlotte Scenic Drive mit unzähligen Aussichten in die Morlborouhgt Sounds.

Eine Bucht hatte es mir besonders angetan, die, wo sich der Gouverors Beach befindet. Von oben verlockend schön, von unten nicht weniger. Nach 1 Stunde voller Ruhe, Einsamkeit und dem Gefühl am richtigen Ort zu sein die Ernüchterung. Schon beim Rückweg fing es fürchterlich an den Beinen zu jucken. Sandfliegen, und nicht wenige. Die Bisse spürt man nicht, dafür das Ergebnis. Ein echter Nachteil neuseeländischer Strände. Gerade im Süden hat es viele solcher. Es gibt natürlich ein Hautmittel. Schaut man auf die Inhaltsstoffe ist die Frage erlaubt, was schlimmer ist. Einstich oder das Mittel, das auch Haarausfall verursacht😂

Aufgrund der vielen Stopps kam ich kurz vor Toresschluss in Havelock an. Gleich ins erst beste Lokal. Alle haben sich auf die Zubereitung der Muschel spezialisiert. Ich habe mich für den Mussel Pot entschieden. 1 kg Muscheln mit einem Sauvignon Blanc mit einer Note von Pfirsich, Melone und Zitrusfrüchten. Mir steht noch das Wasser im Mund. Ich bin zwar kein klassischer Mittagesser, aber dieses Gericht passte. 

Mein zweiter Tagesausflug führte mich dann in die Weingegend um Blenheim. Neusselands berühmteste Weingegend ist bekannt für seinen Sauvignon Blanc, aber auch Riesling und Pinot Noir sind nicht von schlechten Eltern. 
Aufgrund einer  Empfehlung entschied ich mich, neben Kurzbesuchen bei anderen Weingütern, für die Vinery St. Clair. Diese wurde schon mehrfach ausgezeichnet und ist insbesondere für ihren köstlichen Sauvignon Blanc bekannt. Wieder war ich zum Lunch vor Ort. Gerade die richtige Uhrzeit, um nach einem schönen Morgenlauf inmitten der Weinfelder zu Mittag zu essen. St. Clair steht für beides. Laufen, Wein und Essen. Jedes Jahr veranstalten die Inhaber einen Lauf durch die Weinfelder. Leider für 2016 schon ausgebucht. 

Ich habe mich mit kleinen Schweinereien und einer ausführlichen Weinprobe getröstet. Verschiedene Brotsorten mit Olivenöl, Dips und Oliven passten gut zu meinen ausgewählten Weißweinen. Zum Abschluss dann noch ein extra Glas Riesling. Der schmeckte mir an dem Tag am besten. Ich hatte richtig Lust mich zu betrinken. Zum einen war ich aber alleine, was uncool gewesen wäre, zum anderen musste ich noch Auto fahren. Unter 21 Jahre herrscht absolutes Alkoholverbot. Darüber hinaus so eine ähnliche Regelung wie eine 0,5 Promille Grenze. Das passte nicht mehr ganz an diesem Tag. So musste ich mich erst mal für knapp 2 Stunden zwischen die Weinreben legen, um wieder fahrtüchtig zu werden.

Auf der Anreise nach Kaikoura dann die nächste Versuchung. Fangfrische Langusten. Und das bereits an einer Haltebucht auf dem Highway Nummer 1. Darauf folgend noch weitere verlockende Stände. Noch konnte ich wiederstehen. Doch in meinem Kopf waren die Viecher schon reserviert. Zumindest ein Exemplar bei einem läppischen Preis von 60 Dollar das Kilo. Bedenkt man, dass Fish & Chips bereits 15 Dollar kosten, ist das ein echtes neuseeländisches Schnäppchen.

In Kaikoura fühlte ich mich wie ein Angler, der ständig Ausschau hält. Im Gegensatz zum Angler will hier jeder einen Fisch sehen, aber nicht fangen. Die Rede ist von den Walen, die hier ganzjährig vorbeiziehen. 
Kaikoura passte so richtig in meine Woche der Sinne. Das Essen hat gut ausgesehen, gut geschmeckt und jetzt die unterschiedlichen Gerüche. Ständig habe ich den Geruch von Tang, Algen, Salzluft und nicht zuletzt von den vielen Seals in der Nase. Diese liegen wie Strandurlauber am breiten Kieselstrand, sonnenbaden oder verschlafen den Tag. Die Tiere haben sich eindeutig an Menschen gewöhnt. Teils liegen sie ganz nah zur Straße hin oder einfach an einer Hausecke. 
Beim Joggen entlang der Küstenstraße dann doch eine witzige Begegnung mit einem dieser Seebären. Gut, dass ich gewöhnlich beim Laufen mein IPhone dabei habe, wodurch solche Schnappschüsse möglich sind. 
Kleiner Exkurs: An der Stelle ein Dankeschön für die vielen positiven Rückmeldungen zu meinen eingestellten Fotos. Es sind allerdings allesamt nur Handyfotos vom iPhone 5s, die ich mit etwas Farbe und Licht aufgepimpt habe. Es geht aber noch viel besser. So zum Beispiel Meine Fotos mit der dicken Wumme. Ihr werdet es bei meiner Audio Vision Show Neuseeland sehen und hoffentlich für gut befinden.
Zurück zum Joggen. So sah der Küstenweg vor einer Linkskurve aus. Nichtsahnend bog ich, mit Gott sei Dank mäßiger Geschwindigkeit, ein.

Dieses Situation erwartete mich dann unmittelbar hinter der Kurve. Wie gesagt, die Seals liegen hier echt an jeder Stelle herum. Man stolpert fast über sie.

Ansonsten kann man in Kaikoura Bootsausflüge unternehmen, die einen zu den Walen führen, mit Seals organisiert schwimmen lassen oder Albatross Kolonien angefahren werden. Mit ein Highlight soll das 30minütige Schwimmen mit ungefähr 500 Delfinen sein. Die Kosten hierfür betrugen jedoch 210 Dollar, was umgerechnet 125 Euro sind. Ich habe das Unternehmen mal zurück gestellt, da mich die Südsee wahrscheinlich eh ruinieren wird. Zudem ist der Pazific momentan 15 Grad kalt, was für mich ein Trockentauchanzug zur Folge hätte. Aber ich fühle mich eh als Weichei. Das wurde mir spätestens in dem Moment bewusst, als 4 junge Kiwi Mädels um 8 Uhr morgens ins Meer sprangen und juchzten. Eine meinte das Wasser sei momentan noch erträglich. Im Winter sei es merklich kälter.

Die Südsee kann kommen. Ich habe mir eine Taktik zurecht gelegt, damit ich das Abenteuer finanziell überlebe. Zum einen habe ich mir etwas Speck angelegt, von dem ich zehren kann.😂
Zum anderen habe ich mir meine Müslimischung zurecht gelegt, in der Hoffnung der polynesische Zöllner beschlagnahmt sie nicht. Schließlich soll das Müsli mit frischem Obst bis abends anhalten. Und dann wäre ja da noch mein rotes Zelt. 
Mit meinem Air New Zealand Flug nach Tahiti habe ich gleichzeitig eine Lebensverlängerung gebucht. Ich fliege um 11 Uhr morgens los, fliege etwas mehr als 5 Stunden was eine Landung gegen 16 Uhr zur Folge hat. Soweit alles gut. Mit dem Unterschied dass ich zur Landung genau einen Tag früher dran bin. 
"Mein Neuseeland"
Der Neuseeländer mäht den ganzen Tag seinen Rasen oder den des Nachbarn. Er exportiert seine Kiwis nach Europa und hat im eigenen Supermarkt welche aus Italien liegen. Er sucht krampfhaft nach ausländischen Studenten, denen er für alle Arten von Arbeiten Mindestlohn (15 Dollar) zahlt. An Ausländer ist er gewöhnt, er zeigt sich liberal und weltoffen. Er weiß, nicht zuletzt wegen Unitet Kingdom, wo Europa liegt. Er ist ausgesprochen freundlich, spricht einen bei jeder Gelegenheit an und gibt Reisetipps. Auch er beklagt die hohen Lebenshaltungskosten. Er ist locker und geht am liebst barfuss. Seine kurze Hose zieht er erst im Winter aus oder wenn die Temperaturen unter 15 Grad fallen. Er liebt alle Arten von Begegnungen mit dem Element Wasser. 
Er weiß nicht so genau, ob er mehr Golfplätze als Schafe hat. Er kann Junk Food kaum widerstehen und kann sich vor leckeren Weinen und einer riesigen Bierauswahl kaum retten. Er baut alles aus Holz. An kahle, unbewaldete Hügel hat sich sein Auge schon gewöhnt. Er liebt deutsche Touristen, weil diese oft vertreten, das meiste Geld ins Land bringen. Er schaut morgens schon fern und geht abends früh ins Bett. Er weiß um seine unglaubliche Natur und ist stolz auf sein Land. So stolz, das er am liebsten seine Nationalflagge geändert hätte, was knapp gescheitert ist. Er hält sein Land sauber, recycelt und hat vieles durchorganisiert. Er hält ständig Ausschau nach neuen Wohnwägen oder alles um den Angelsport. Sport überhaupt ist sein Ding. Am liebsten schaut er zu, vor allem dem Rugby Team, den All Blacks. Er ist für alles gerüstet. 
Ich komme wieder. Haere ra. Kia ora koutou katao. Ka Pa.

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Kommentare: 8
  • #1

    Monika Weihs (Montag, 22 Februar 2016 12:52)

    Hallo lieber Ausreißer :O)
    Ganz liebe Grüße aus Saarbrücken und eine ganz tolle Zeit in Neuseeland!!!!!!!!!!!!!!!!

  • #2

    Udo Jakobs (Dienstag, 23 Februar 2016 08:38)

    Hallo hoffe es geht dir gut , wünsche dir noch viel Spaß auf deiner weiteren Reise

  • #3

    Hallinger (Montag, 29 Februar 2016 16:13)

    Hallo Christof,
    hört sich mal wieder richtig gut an, auch wenn das mit dem Schlafsaal nicht mein Ding wäre. Neuseeland steht auch auf unserer Liste ganz weit oben.
    Sind gerade von unserem vierwöchigen Philippinen-Trip zurückgekommen, viel gute Eindrücke und positive Erfahrungen mit Land und Leuten über und unter Wasser gesammelt (deine Einschätzung hat gepasst). Morgen startet die "Wiedereingliederung" in den alltäglichen Rhythmus, nach vier Wochen nicht ganz so einfach zumal einem das Wetter die Sache hier auch nicht gerade leichter macht :-(

    Weiterhin gutes Gelingen und immer ne handbreit Wasser unterm Kiel - viele Grüße an deine aktuell Mitreisende.

  • #4

    Sigrid (Sonntag, 06 März 2016 16:34)

    Hi Chris supper tolle Bilder. Die Luft Glasklar weiterhin gute Zeit liebe Grüße auch von uns aus Saarbrücken ;-)

  • #5

    Rene (Dienstag, 08 März 2016 09:32)

    Servus mei gudda, Respekt vor deinem Mut...für mich wäre das nur etwas mit einem Mitreisenden....sonst bin ich zu piensig. Viel Spaß weiterhin und wenn du zurück bist trinken wir mal einen und labern Bissl....

    Have fun

    Reko

  • #6

    Sigrid (Mittwoch, 23 März 2016 16:29)

    Ach wie schön traumhafte Bilder was für tolle Natur Aufnahmen ....viel Spaß noch LG

  • #7

    ANNY (Donnerstag, 12 Mai 2016 15:19)

    HALLO Christof, ich bin die Anny von Rangiroa, deine Bilder von New Zealand, und Polynésie Française sind spitze, die andere sicher Auch. Ich bin sicher das es dir gut geht, ich bin zur Arbeit zurück gekommen Ach !!!

  • #8

    isabel (Sonntag, 05 Juni 2016 19:30)

    Hey Christof jetzt kommentiere ich hier auch mal- besser spät als nie!;) Dieser Blog, vor allem die Bilder sind einfach super schön und ich bin froh, dass ich dich auf meinen Reisen kennenlernen durfte! Ich hoffe dass du noch eine wunderschöne Zeit vor dir hast und wenn du dann wieder in Deutschland bist, kommen Valerian und ich dich gerne mal besuchen damit wir wieder lecker kochen können (nicht solche Hühnerbeine wie im supermarkt) und du ganz ganz viel erzählen kannst! Nur das beste für dich und deine weitere Reise!
    Liebe Grüße aus Wiesbaden