INDONESIEN

"Flores, Java, Sumatra"

FLORES


Im australischen Urlaubsflieger ging es mit sonnenhungrigen Australiern von Sydney nach Bali. Ich kenne Bali schon seit Jahren und musste leider feststellen, dass sich die Insel nicht zum Besten entwickelt hat. Bei doppelt so vielen Touristen wie Einwohnern kein Wunder. Ich nutzte Bali um mich bei täglichen Massagen von den Wunden der Südsee zu erholen. 14 Tage Bodenschlaf machten meinem Rücken doch arg zu schaffen. Daneben noch die alltäglichen Dinge wie mal gründlich die Wäsche reinigen lassen. Irgendwie bekamen die Menschen in der Südsee das nicht hin. Kein Wunder, diese tragen gewöhnlich auch kaum Kleider. Bei den Lebensbedingungen kein Wunder. Daneben versuchte ich mal wieder zu surfen. Wieder ein misslungener Versuch. Obwohl ich Windsurfer bin, bekomme ich das mit dem Brett in der Welle nicht so richtig hin.

In einem 1 1/2 stündigen Flug ging es dann nach Flores, genauer nach Labuan Bajo, dem Tor zum Komodo National Park. Schon vor drei Jahren, als ich auf Lombok war, hatte ich mir vorgenommen Komodo Island zu besuchen, was mir aber damals nicht gelang. Als der Flieger aufsetze, begrüßte die Stewardess die Gäste mit "Welcome to Komodo Airport, Flores". Was für eine Ansage. Schon auf dem Rollfeld waren große Werbetafeln mit dem Park, der zu den neuen 7. Weltwunder gezählt wird, aufgestellt. 

Die Unterkunft war schnell gefunden. Labuan Bajo boomt, es spriessen fast täglich neue Hotels empor. Mittlerweile kommen aber fast mehr Besucher zum Tauchen als zur Drachenschau.

Mit dem Boot ging es 2 Stunden nach Rinca, der Schwesterinsel Komodos. Dort standen die Chancen Komodowarane in freier Wildbahn zu sehen, am größten. Die Insel, im nachfolgenden aus der Luft zu sehen, erinnert an Jurassic Park. Einsam, Palmen, Buchten mit kristallklarem Wasser, Wasserbüffel und nichtzuletzt die Hauptakteure, die Komodo Warane. Mein Guide war ein alter Haudegen, bewaffnet mit einem langen Stock zur Abwehr, falls es mal zu einem Angriff eines Waranes kommen sollte. Kein Witz, die Statistik besagt, dass es alle paar Jahre mal einen Touri kostet. Stirbt nicht an dem giftigen Biss, so erliegt man spätestens an der folgenden Blutvergiftung, des bakterienhaltigen Speichels der Urzeitechsen. 

Besondere Freude bereitete mir eine junge Studentin. Auszubildende in der Tourismusbrance, die uns begleitete. Bereits am Eingang posierte diese lustig für einige Fotos. Sie gab mir auch zu verstehen, dass es momentan zu heiß sei. Bei diesem Temperaturen suchten die Echsen das Meer zur Abkühlung auf. Und in der Tat, in freier Wildbahn war nur eine Echse anzutreffen, die andere lag voll gefressen in der Sonne. 

Die Gewässer der Sulu See zählen zum Besten was die Unterwasserwelt zu bieten hat. Crystal Rock und der Manta Point sind meine absoluten Favoriten und haben es in meine persönliche Top 10 geschafft. Gerade der Manta Point hatte es mir angetan. Oft sind solche Spots überlaufen bzw. übertaucht und oftmals taucht kein einziger Manta auf. Doch hier war alles anders. Ich war mit Vanessa, einer Australierin unterwegs, die gerade im Begriff war ihren Rescue Tauchschein zu machen. 
Eigentlich ein unspektakulärer Tauchplatz mit viel Plankton und reichlich Strömung. Und mittendrin die Putzerstation, welche die Mantas hier täglich aufsuchen. Wir mussten nicht lange warten. Dann kamen sie. 8 Prachtexemplare, und nicht mal scheu. Sie kamen so dicht, dass es dunkel über mir wurde, als der Mantarochen über mir stand. Wirklich beeindruckend. Und dieses grazile Gleiten. Wie schwerelos schwebten sie immer wieder über uns. Wir mussten eigentlich nur da liegen, uns wegen der Stömung festhalten, und staunen.
Ich bin mittlerweile zu meiner Flores Rundreise aufgebrochen. Auch diese Insel erkunde ich mich einem Scooter. Anscheinend nicht so alltäglich. Die Angestellten meines Homestays jedenfalls sind von der Idee begeistert, fahren alle doch selbst hier ein solches Gefährt, ob mit oder ohne Führerschein. Zum Abschied wollten alle mit mir ein Foto schießen. Dabei ist doch eine Rückkehr in 14 Tagen geplant. Ob diese mir das wirklich zutrauen? Alle haben Facebook, die gesamte Kommunikation läuft über diese Plattform. Name, Email, alles nebensächlich. Hauptsache Facebook. Und so kann ich mich in Indonesien kaum vor Facebook Freundschaften retten. Nicht weil ich es bin, es ist offensichtlich schick Europäer als Freunde zu haben. Das westliche Leben imponiert hier vielen. 
Auf dem Foto mit der Wasserflasche habe ich es angedeutet. Ich bin mittlerweile in Ruteng, der Stadt des Flores Wasser. Hier befindet sich auch die Tourism High School. Die Stadt ist voller Stundentin. Alle wollen sich in Englisch unterhalten, ihre Skills verbessern. Alle sprechen mich mit Hello Mister an. Etwas irritierend. Haben sie aber so in der Schule gelernt. Also machen sie es auch so. Schon bei der Anreise nach Ruteng habe ich gemerkt, dass ich hier als Scooter Fahrer ein Exot bin. Sobald ich anhielt, hielten auch andere Fahrer an, um Facebook Adressen auszutauschen bzw. Fotos zu schießen. 
Passend zu Fronleichnam bin ich mal wieder auf einer Insel auf dem der Katholizismus vorherrschend ist. Die Portugiesen haben diesen auf die Insel gebracht. Dazwischen ist aber immer wieder derMuezzin zu hören. Zwei große Religionen friedlich nebeneinander, geht doch!
Dazu passt auch, dass ich in einem Nonnenkloster wohne. Im Einzelzimmer, versteht sich. Die etwas streng aussehende Vorsteherin, hat mir ein super sauberes Zimmer, mit Blick auf die Berge gegeben. Ruteng liegt auf 1000m über Meeresspiegel. Gestern noch bei 33 Grad am Meer und heute in der Daunenjacke. Echt krass. Ich bin mal gespannt, ob ich eine der Nonnen zu einem Foto bewegen kann. Wenn mich mein Instinkt nicht täuscht wird mir das gelingen. Überhaupt ist die Gegend hier vielversprechend. Schon bei der Anreise musste ich an unzähligen Stellen anhalten und Fotos schießen. Wenn das so weiter geht, muss ich mir eine neue Speicherplatte kaufen. Dabei habe ich noch nicht mal die Hälfte meiner Auszeit um. 
Selten habe ich mir die Sehenswürdigkeiten einer Insel so hart erarbeiten müssen wie in Flores. Die Entfernungen sind nicht gewaltig, dafür haben es die Strassenbedingungen in sich. Ständig geht es hoch und runter. Zudem ist die Insel gespickt mit scharfen Kurven. Die meiste Zeit verbringe ich in Schräglage, um mal wieder eine Kurve zu durchfahren. 
Um an eine der Hauptsehenswürdigkeiten zu gelangen, Wae Rebo, ein idyllisch in den Bergen gelegenes Dorf im Manggarai Stil, musste ich 10 Stunden mit dem Scooter zurücklegen, um am nächsten Morgen eine 2stündige Wanderung von Meeresspiegel auf 1.200 Meter zu beginnen. Die Anstrengung hat sich aber gelohnt. 
Durch die Tatsache dass ich eine Nacht in dem Dorf übernachtete, hatte ich Gelegenheit Wae Rebo und seine Einwohner etwas näher kennen zu lernen. An der Stelle fällt mir der Hinweis eines Touristen aus Malaysia ein, der mit zu verstehen gab, dass man einen Ort nur dann näher kennen lernt, wenn man dort geschlafen, gegessen und mit den Einheimischen in Kontakt getreten ist. Wie wahr.

Um meine Eindrücke wiederzugeben, habe ich einen kurzen Eintrag aus meinem Tagebuch kopiert:
".....der Dorfchef, Raphael, geht mit seinem Stock, als Zeichen des Dorfältesten, immer mal auf und ab und schaut nach dem Rechten. Er herzt auch vor seinem Haus die Kinder. Echtes Dorfleben ist zu verspüren. Trotz einiger Touristen. Es sind aber nicht zu viele. Vielleicht 20 habe ich heute gesehen. Übernachten tun vielleicht 12 mit mir. 
Hoffentlich wird die nächsten Jahre nicht die Straße weiter gebaut, sodass die Massen hier einfallen können. Mein Guide, Agung, meint Nein. Die Dorfbewohner wollten das nicht. Dann wäre hier alles dahin. Sowieso bewegen sich die Bewohner schon langsam talabwärts. Hier gibt es nichts außer Kaffeeanbau, Vanille, Zimtbäume und Orangen. Die Kinder gehen Sonntagnachmittags ins Tal zur Schule, wohnen dort die ganze Woche, um am Freitagnachmittag dann nach Wae Rebo zu gehen. Mühsam, knapp 5 km richtig steil hoch.
Dennoch sehe ich hier einige Kinder, etwa 8 spielen zusammen, fahren mit dem Schubkarren auf und ab. Auch sehe ich einige Frauen, die Arabica Bohnen vor dem Haus trocknen bzw. in einem Holzgefäss zerstoßen.
Das Dorf liegt mystisch auf 1.200m. Mich stört nur der Blick auf die etwas oberhalb gelegene Krankenstation, da diese außen weiß verputzt ist. Ansonsten wirken die steilen Rundbauten echt passend in die Landschaft. Es hat einen Generator, der von 18-22 Uhr Strom liefert. Auch sehe ich einige Solarpannels. Auch geht es super leise zu. Keine lauten Stimmen, höchstens Vogelstimmen und dann die sowieso immer nervenden Hähne, die hier den ganzen Tag kickern. Die meisten Menschen gehen barfuss, auch jetzt, als um 12 Uhr mittags Regen einsetzt. Alle bleiben gelassen. Regen gehört hier täglich dazu. Danach klart es meistens wieder auf. 19 Grad sind es gewöhnlich zu dieser Jahreszeit in der Nacht.
Es gibt einen Dorfmanager, es erfolgt der Eintrag in ein Gästebuch. Ich sitze bei meinem Eintrag im Hauseingang des Dorfältesten. Er hat mich wohl gerne. Hat bei der Begrüßung gemeint, ich sehe viel jünger aus. Cheers, Men. Wieso ich keine Haare habe. Und ich sei handsome. Ich hätte ihn nach diesen netten Worten gerne zu einem Drink eingeladen. Trotz seinen 90 Jahren hätte er mich wohl unter den Tisch gesoffen. Er verträgt viel mehr Arak Schnaps als ich. Der wird hier täglich nach dem Essen getrunken. Dazu meistens 3 Mal am Tag Kaffee.
Die Nacht in der Rundhütte war angenehmer als erwartet. Alle Touris zusammen, einige rannten ständig auf die bescheidene Aussentoilette, andere schnarchten, irgendwie war immer Treiben. Dank meiner Earplugs habe ich nicht allzu viel mitbekommen. Geweckt wurde ich lediglich durch die 3 Mädels aus Jakarta, die die halbe Nacht mit Gerede zubrachten..."
Die Begrüßung durch die beiden Dorfältesten war authentisch, wirkte dennoch etwas aufgesetzt. Die Worte waren nett. Vor allem deswegen, weil ich nun für einen Tag in die Dorfgemeinschaft aufgenommen war. Ich war einer von ihnen. Klar erhielt ich auch den Segen für mein Wohlbefinden auf meiner weiteren Reise. Alle Bewohner sind Katholiken. Die erwartete Spende gab ich gerne. 
Die Beköstigung war gigantisch. Einfach, jedoch sehr schmackhaft. Klar gab es Reis, dazu Hühnchen und lokales Gemüse. Selbstverständlich Kaffee. Den bereitet ich mir um Frühstück sozusagen selbst zu. Immer wieder zerstampfen der Bohnen, sieben und stampfen. Noch nie habe ich solch frischen und leckeren Arabica Kaffee getrunken. Die Einheimischen bezeichnen ihn als Black Wine, so dunkel sieht er in der Tasse aus. Nach dem Genuss hatte ich Puls wie im Zieleinlauf nach einem guten 10ner. Lange ist es her.
In Erinnerung wird mir die Gelassenheit und der Zusammenhalt der Bewohner bleiben. Dieser war merklich zu spüren. Am späten Nachmittag saßen die Männer zusammen und unterhielten sich über das Erlebte am Tag. Es fiel kein lautes Wort. Kein Bier, lediglich die ein oder andere Zigarette wurde geraucht. Gerade die Gesichter der Männer waren von Wind und Wetter gegerbt. Schon beim Aufstieg fiel mir die angenehme Art der Bewohner auf. Jeder begrüßte mich mit Handschlag, fragte nach meinem Namen und wo ich herkomme. Da alle Katholiken sind mutierte ich schnell von Christof auf Christopherus. Passte gut zu den anderen, die da hießen...Paulus, Johannes, Maria usw. Eindrücke aus Wae Rebo.
Auch mein zweites Highlight auf der Insel Flores, der Vulkan Kelimutu, musste ich mir sozusagen erarbeiten. Hierzu war nicht nur die Anreise, die wieder Stunden Scooter zufolge hatte, nein, auch Geduld und frühes Aufstehen notwendig.
Der Vulkan Kelimutu ist knapp 1.700 m hoch und war das letzte Mal 1968 aktiv. Es bestand also keine Sorge, wobei man ja wirklich nie wissen kann, wann es wieder passiert. Die Kraterseen wechseln alle paar Jahre ihre Farbe. Grund sind gelöste Mineralien. Das Wasser dringt in immer tiefer liegende Gesteinsschichten vor. Die am Fuße des Berges lebenden Menschen glauben, dass die Seelen der Verstorbenen in die Seen wandern.
Um 4 Uhr hiess es für mich aufstehen, bei Kälte auf den Scooter zu schwingen und 12 km bergauf in den Nationalpark zu fahren. Es war stockdunkel und sternenklar. Oben noch ein kurzer, 20 minütiger Aufstieg, und der Sonnenaufgang konnte kommen. Denkste. Genau 100 Meter vor Erreichen des Gipfels zog Nebel auf und das in rasanter Geschwindigkeit. Zum in die Hose beißen. Nur alle paar Minuten löste sich der Nebel vom See und gab wenigstens den Blick auf den fotogensten aller Seen frei.

Enttäuschung machte sich unter den etwas 30 anwesenden Touris breit. Nach und nach zogen alle ab, bis auf meine Wenigkeit und ein holländisches Pärchen. Jetzt kommt der Part Geduld ins Spiel. Zugegeben nicht meine Stärke, aber ein lokaler Kaffeeverkäufer mahnte zur Geduld. um 9 Uhr sei der Nebel weg. Ich nehme es vorweg, um 9:30 Uhr war der Nebel weg. Das Warten hatte sich gelohnt. Wir hatten beste Bedingungen.
Wer, so wie ich, leidenschaftlich gerne fotografiert, wird meine nachfolgend beschriebene Handlung sicherlich nachvollziehen können. Irgendwie befriedigte mich und die beiden Holländer die gewöhnliche Aussicht nicht. Wir wussten zwar, dass es schon einige Abstürze gab, auch eines Holländers😂, nahmen uns aber vor, die Absperrung zu passieren. Wir wollten dichter ran. Das Risiko schien kalkulierbar. Schnell war der beste Weg gefunden und es stand einer genialen Aussicht nichts mehr im Wege.
Die Indonesier sind Fußball begeistert. Für die meisten ist Deutschland der klare Favorit bei der Europameisterschaft. Diese findet hier Beachtung, auch wenn die Spiele meist gegen 03:30 Uhr morgens übertragen werden. Die Menschen sind hier eh meist früh auf, auf ein oder zwei Stunden früher kommt es da auch nicht an. Die Straßenzüge erinnern momentan an deutsche Verhältnisse. Fußball bringt auch hier die erwartete Abwechslung vom Alltag.
Ich bin noch die Antwort schuldig, wie es mir bei den Sisters erging. Zu meiner Verwunderung war ein Foto mit einer der Schwestern möglich, wenngleich die Voraussetzungen hierfür nicht gut waren. Ich hatte die Schließzeit des Schwesternheimes nicht beachtet. 21 Uhr war Zapfenstreich. Es wäre nicht aufgefallen, wenn nicht eine der Schwestern nicht gepetzt hätte. Ich kletterte über das hohe Eisentor und schnitt mir dabei noch in die Hand. Und das in völliger Dunkelheit. Eine muss mich aber beobachtet und das der Oberschwester gemeldet haben. Diese wies mich dann morgens beim Frühstück zurecht. Am nächsten Morgen war alles vergessen und eine der Sisters war gerne zu einem Foto bereit. 

Ich bin echt froh, das ich mich für die Insel Flores entschieden habe. Noch nirgendwo wurde mir eine solche Gastfreundschaft und Herzlichkeit entgegen gebracht. Ständig begleiteten mich Rufe wie Hello Mister, Menschen winkten am Straßenrand oder fuhren im Motorrad nach und erkundigten sich nach Herkunft und Aufenthalt. Ein Beispiel für die unfassbare Freundlichkeit der Menschen. Beim Joggen geriet ich in einen Platzregen mit Gewitter. Ich war gezwungen unter einem Vordach zu pausieren. Und das fröstelnd bei Wind auf 1.200 m Höhe Nach einer Weile hielt ein Motorradfahrer an und gab mir seine Jacke gegen die Kälte. Als der Regen vorbei war, wunderte er sich, dass ich ihm die Jacke zurück gab. Er hätte sie mir geschenkt, damit ich heil nach Hause komme. Unfassbar. Mir fehlten die Worte. Wenigstens wurden wir Facebook Freunde.
Ein weiteres Beispiel. Ich war in den Reisterrassen unterwegs und wollte die Menschen bei der Arbeit beobachten und fotografieren. Zwangsläufig führt das Erscheinen eines Touristen zu einem  Highlight, welches jegliche Arbeit zum Erliegen bringt. 
Schnell waren alle versammelt und es gab frisch aufgebrühten Flores Kaffee mitten im Reisfeld. Dank Google Übersetzer ist die Kommunikation heute kein Problem mehr. Einfach ins Mikro des Handys reinquatschen und Google übersetzt in Indonesisch. Zwischenzeitlich waren auch schon die ersten Reisfrösche gefangen und eine Einladung fürs Abendessen war auch schon ausgesprochen. Alle sind irgendwie miteinander verwandt. Gemeinschaft wird hier groß geschrieben. Zwangsläufig werde ich immer wieder gefragt, wo denn meine Frau und meine Kinder seien. Alleine reisen ist für einen Indonesier völlig unverständlich. Schnell verging die Zeit, zumal auch die Einheimischen unzählige Fotos mit ihren Handys schossen. Von Distanz oder Scheu keine Spur. 

Zu meiner Überraschung bin ich auf Flores auf wunderschöne Reisterrassen gestoßen. Diese können locker mit denen in China, den Philippinen oder Bali mithalten. Zudem gibt es noch eine einzigartige Variante, die als Spinnennetz angelegt ist.
Ich treffe nur ein spanisches Pärchen, welches auch mit einem Scooter unterwegs ist. Alle anderen sind organisiert mit Pkw und Fahrer, der auch als Guide fungiert, unterwegs. Entsprechend haben diese auch einen festen Zeitplan. Neben den landschaftlichen Höhepunkten wusste Flores mit seinen archaisch anmutenden Dörfern zu überzeugen. Das beschriebene Wae Rebo machte da nur den Anfang. Bena und Belaraghi waren meine beiden anderen Favoriten. Es sind Dörfer der Ngada, einer altindonesischen Ethnie mit ca. 70.000 Angehörigen. Sie sind kulturell mit den Manggarei (Wae Rebo) verwandt. Die stark geschichtete Gesellschaft der Ngada wird durch ein Clansystem sowie durch die Unterteilung in drei kastenähnliche Klassen bestimmt.

Nach 14 Tagen Rundreise und 1.500 km auf dem Scooter kam ich wieder in Labuan Bajo an der Westküste an. Ich hatte das Gefühl noch nicht genug von der Insel bekommen zu haben und entschloss mich einen weiteren Tauch- und einen Erkundungstag einzulegen. Und letztgenannter sollte es in sich haben. Bei einer guten Tasse Kaffee in meinem Lieblingscafé "Café in Hit", dessen Latte es in meine Top 10 geschafft hat, traf ich zwei junge Mädels aus Sulawesi, die mir den Tipp gaben, unbedingt Padar Island im Komodo Nation Park anzusteuern. 
Hörte sich einfach an. War es aber nicht. Padar befindet sich 4 Bootsstunden entfernt und die Preise der örtlichen Anbieter waren astronomisch. Mitstreiter ließen sich keine finden. Letztendlich gelang es mir im Hafen einen Fischer zu überreden, mich am nächsten Morgen zur Insel zu bringen. Minutenlanges Feilschen um den Preis war natürlich obligatorisch. Aller Aufwand hatte sich jedoch vollends gelohnt. Ich wurde nach einer langen An- und Abreise und einem anstrengenden Aufstieg mit einem der genialsten Ausblicke meines Traveller Daseins belohnt. Awesome. 
Zweifellos zählt der Aufenthalt in Flores zu einem der vielen Höhepunkte meiner Reise. Daher eine kleine Liebeserklärung in Fotos an dieses noch großteils unberührte Island.
Zwischenzeitlich habe ich auch schon mit der Polizei Bekanntschaft gemacht. Diese hat keinen guten Ruf, gelten einige Beamte doch als korrupt. So war ich schon etwas verwundert, dass die Kollegen nach einer Durchsuchung gerade mal die Gelegenheit nutzten in dem Lokal, dass sie durchsuchten, zu Mittag zu essen. 

JAVA

Was ich in dieser Auszeit erleben darf, verschlägt mir manchmal die Sprache. Mittlerweile war ich in meinem Reiseleben an so manchen Orten, die mir sehr beeindruckt haben. Was ich aber auf Java erleben durfte, war nicht nur ein Abenteuer, es war ein absolutes Hightlight in meinem Leben. Ich bin noch immer so geflasht, dass mir diese Zeilen wie Öl runter gehen. 
Ich möchte aber nicht zu schnell zum Höhepunkt kommen😂, obwohl ich dies ausnahmsweise mal gerne tun würde. Aber wie gewohnt der Reihe nach. 
Jakarta, die Hauptstadt Indonesiens, war für mich das Eingangstor zur Insel Java. Viele Touristen lassen Jakarta aus, oder statten dieser Megametropole nur eine Kurzvisite ab. Zu unrecht, wie ich finde. Zugegeben, Jakarta spaltet die Gemüter. Schließlich zählt der Großraum Jakarta mehr als 30 Mio. Menschen. Es ist der weltweit zweitgrößte Ballungsraum. Bei einem fehlenden U-Bahnnetz kann man sich die Strassenverhältnisse ausmalen. Ich wollte Jakarta unbedingt sehen. Um ein Land kennen zu lernen, zählt für mich ein Aufenthalt in der Hauptstadt dazu. Und zu meiner Überraschung hat die Stadt einen sehenswerten Altstadtbereich, den die Holländer als ehemalige Kolonialherren geprägt haben. Auf  dem Fatahillah Platz herrscht zu jeder Tageszeit reger Betrieb. Alt und Jung trifft sich hier. Gerade die jungen Menschen lieben es auf dem Platz mit toll herausgeputzten Fahrrädern zu fahren.

Aber auch für Kneipen- oder Szenegänger ist die Altstadt interessant. Stylische Lokale und Kaffeehäuser laden zum Verweilen ein. Dazwischen immer wieder der Ruf des Muezzin. Die Mehrheit der Bewohner sind Sunniten. Aber auch die geschichtsträchtigen Plätze verdienen einen Besuch. Der Unabhängigkeitsplatz wird von einem mächtigen Turm beherrscht. Die Aussicht von hier oben soll gigantisch sein. Leider bei meinem Besuch wolkenverhangen. 
Die Innenstadt ist der Hammer, was Verkehrsaufkommen, Bauwesen und Menschenmassen angeht. Wie man hier auf Dauer leben kann ist mir ein Rätsel. Schon nach einer halben Stunde war das Innere meiner Nase rabenschwarz. Zu guter letzt habe ich mir in Jakarta auch mal ein Kapselhotel gegönnt. 24 Kapseln in einem Raum, jede klimatisiert, mit WiFi und allem was ein Traveller benötigt. Wohl durchdachte 2 Quadratmeter. Ein Erlebnis, das mir in Japan öfters vergönnt sein wird. Der Flug nach Tokio ist schon gebucht. 

Bevor ich zu meinem nächsten Ziel, Yogyakarta, kurz Yogya, anreiste, stattete ich kurz Kuala Lumpur, Malaysia, einen Besuch ab. Dank Air Asia ist ein Return Flug günstiger als eine Visaverlängerung vor Ort. Zudem hätte ich vor Ort Tage auf der Behörde verbringen müssen. Also kurz vor Visaablauf in KL gelandet, 4 Stunden Flughafen und wieder zurück. Schon gab es den begehrten neuen Einreisestempel für weitere 4 Wochen. 
Yogya gilt als schönste Stadt Javas mit unzähligen Sehenswürdigkeiten. Um diese zu besuchen entschloss ich mich standesgemäß mit einer Rikshaw den ganzen Tag durch die Stadt fahren, um dabei das Flair dieser Metropole besser aufnehmen zu können.
Der Fahrer überredete mich eine Kaffeefarm anzusteuern. Typisches Touriprogramm dachte ich zuerst. Weit gefehlt. Denn es war keine übliche Farm, eine der besonderen Art. Kopi Luwak, sogenannter Katzenkaffee, ist eine Bezeichnung für eine Kaffeeworte, bei der eine bestimmte Schleichkatzenart die Kaffeekirschen frisst. In den Exkrementen finden sich dann die Bohnen, die gewaschen und geröstet werden. Der teuerste Kaffee der Welt.
Weitere Ziele waren Palastanlagen einstiger Herrscher und eine unterirdische Moschee, um nur einige Attraktionen aufzuzeigen. 
Die meisten Besucher kommen aber nach Yogya, so auch ich, um von hier aus Borobudur zu besuchen, eine der größten Tempelanlagen Südostasiens. Um 4 Uhr startete ich mit meinem gemieteten Scooter, um den Sonnenaufgang in der 25 km entfernten Pyramide zu besuchen. Um vor Sonnenaufgang in die Anlage zu dürfen, muss man allerdings eine finanzielle Kröte schlucken. Ein ortsansässiges Nobelhotel hat einen gesonderten Eingang, den man zu benutzen hat. Dafür zahlt man dann natürlich kräftig. Es lohnt sich aber, definitiv.
Borobudur ist einmalig. Zurecht UNESCO Weltkulturerbe. Der Ort ist magisch, spirituell und strahlt eine ungeheure Anziehungskraft aus. Auf mich so sehr, dass ich an zwei Morgen dort war. Als Fotograf wünscht man sich immer das beste Licht, wenige bis keine Touris im Bild und wenn jemand, dann jemand besonderes. Und das gelang mir am zweiten Besuchstag. Wie ein Engel in weiß schwebte Cheria, ein Fotomodel aus Bali, herein. Passend hob sich Cheria in ihren weißen Kleidern von den nackten, dunklen und kahlen Buddhastatuen ab. Solche Momente wünscht man sich als Fotograf. Als sie mich dann auf ein Foto von ihr ansprach, nutzte ich natürlich die Gelegenheit. Es entstanden unzählige Aufnahmen und anschließend bei einem Essen ein interessanter Gesprächsaustausch über ihr Heimatland bzw. Bali. 
8 Stunden Zugfahrt waren danach notwendig um nach Malang zu kommen, einem Ort der dem zu Beginn angesprochenen Highlight sehr nahe liegt. Auch dort mietete ich mir einen Scooter, anstatt mich mit unzähligen Touris in einem Jeep, ohne Stopps und Landschaftsgenuss, kutschieren zu lassen. Eine im Nachhinein goldrichtige Entscheidung.
Mehrere Stunden schraubte sich mein Scooter hinauf in eine kahle Mondlandschaft um den Vulkan Bromo. Zunächst schlechtes Wetter und zum Teil tiefer Sand ließen die Anreise schon zum Abenteuer werden. Mehrmals kippte ich zur Seite. Dank des weichen Sandes aber kein Problem. 

Meine Unterkunft an einem der aktivsten Vulkane Indonesiens war ein echter Glücksgriff. Dank Sonalie, einer indischen Uniprofessorin aus Delhi, die ich ebenfalls in Borobudur kennen lernen durfte, wohnte ich direkt am Vulkan. Stunning View und ein immer währender Geruch nach Schwefel inbegriffen.
In Deutschland würden mindestens 10 Gesetze alles um den aktiven Vulkan verbieten. Nicht so in Indonesien. Es ist fast alles erlaubt, sogar eine Umrundung des Kraterrandes für Lebensmüde. Am ersten Besuchstag war ich allerdings etwas enttäuscht. Dichter Nebel und Bewölkung vermiesten mir etwas die Laune. Zudem fing es noch an leicht zu regnen, sodass der Dampf als schmutziger, haftender Lehm herunter kam. Ich sah danach aus, als hätte ich eine Schlammschlacht bestritten. Mittlerweile gefallen mir die Fotos vom ersten Tag. Eine ganz besondere Stimmung herrschte an diesem Tag. Zumal ich danach noch von örtlichen Guides ans wärmende Feuer eingeladen wurde. Dieser Smalltalk hat mich wohl einige Tage in meinem Leben gekostet. Um warm zu bekommen haben die Jungs einfach alles verbrannt, was sie gefunden haben. Batterien, Plastik, Kleider und Essensreste. Einfach alles.

Am nächsten Tag das gleiche Bild. Dichter Nebel, rauchender und ein unheimlich wirkender Mount Bromo. Wenige Besucher trauten sich an dem Tag noch und so konnte ich fast ungehindert einen alten Brauch nachvollziehen. Der Bromo ist für die Einheimischen heilig. Diese bringen dem Vulkan Opfergaben dar. Und so entschloss auch ich mich einen Blumenstrauß in den Schlund des Vulkans zu werfen. Dieser grummelte dabei gewaltig. Hatte hoffentlich nichts mit mir zu tun😂. Jedenfalls sah ich an diesem Tag wieder entsprechend aus. 15 Minuten in der Dusche waren notwendig um den gröbsten Staub los zu bekommen. Ich nehme mal an, dass ich noch im nächsten Jahr einige Körnchen bei mir finden werde. 

Ja und dann. Dann war da ja noch der letzte Besuchstag. Der Tag, an dem alles anders sein sollte. Um 3 Uhr stand ich auf. 4 km Fußmarsch. Hoch auf über 2000m, um von dort den Sonnenaufgang über dem Mondlandschaft mit den Vulkanen zu sehen. Der Bromo ist nur einer von vielen in dieser Gegend. Hierzu musste ich alles, aber auch wirklich alles anziehen, was ich in meinem bescheidenen Weltreisekoffer finden konnte. 5 Grad und ein stetiger Wind machten die Sache zu einem echten Abenteuer. Alle Mühe hatte sich aber gelohnt. Ich komme wieder zu bereits Gesagtem. Ich bin immer noch schwer beeindruckt.
Mittlerweile sitze ich wie auf dem Bahnsteig mit fast geschlossenen Augen im Nachtzug nach Ost-Java und weiter mit dem Flugzeug nach Sulawesi. Aber meine Reise verläuft fast nie planmäßig. Daher passt vielleicht gut der Song..."Es fährt ein Zug nach nirgendwo..."
Ist Mann ein Weichei, wenn er auf 1000m über Meeresspiegel inmitten völliger Dunkelheit 80 kg nicht hochstemmen und dann 4 km auf rutschigem, ungesichertem Weg aus einem Vulkankrater tragen kann, nachdem er zuvor in giftigen Schwefeldämpfen das Material selbst abgeschöfft und in seine Bambuskörbe gefüllt hat?
Für mich jedenfalls eine unfassbar schwierige, gefährliche und menschenunwürdige Arbeit. Mein Aufenthalt im Ijen Krater im äußersten Osten Javas hat auf jeden Fall die Berichte über einen der gefährlichsten Arbeitsplätze der Welt bestätigt.
Ich konnte keinen der Schwefelkörbe auch nur anheben, geschweige denn hochstemmen und auf die ungeschützte Nackenhaut legen, wie es die Arbeiter am Krater täglich zwei- bis 3 Mal tun.
Um möglichst alles authentisch zu erleben, wohnte ich bei einem der Arbeiter am Krater, stand mit ihm morgens um 01:00 Uhr auf, um dann 1 Stunde in der Dunkelheit zu seinem Arbeitsplatz zu fahren. Ali hat mit seiner Großfamilie zwar vor einigen Monaten ein Homestay eröffnet, doch es reicht noch bei weitem nicht, die harte Arbeit am Krater aufzugeben. Es wird Jahre dauern, bis alle Kredite bei der Bank getilgt sind. Aber seinen Kindern will er ersparen, jemals am Krater arbeiten zu müssen. Er will diese smart erziehen und ihnen eine Schulausbildung zahlen, die er und die meisten seiner Kollegen nie genossen haben. Am Vorabend erzählt er mir, dass du in den Job geboren wirst. Alle seine Vorfahren haben im Krater gearbeitet, folglich hat auch er diesen Weg zu gehen. Er sei nie in der Schule gewesen. Sein Vater hätte diese nicht zahlen können. Dieser arbeitet selbst seit 45 Jahren im Krater. Beim Abendessen kommt er zu uns an den Tisch. Wir essen alle zusammen. Ich als einzigster Gast des Homestays und alle Familienmitglieder. Mir wird zuerst das Essen gereicht. Ich bin Gast und das ist eine Ehre für alle. Jeder bemüht sich und ist sichtlich froh dass es mir schmeckt. Die Speisen befinden sich auf mehreren Tellern verteilt auf dem Boden. Wir sitzen um diese herum, die Füße nach hinten gestreckt. Diese dem anderen entgegen zu halten ist unhöflich.
Es schmeckt abartig gut. Es gibt Fisch, Huhn, Spinat und Kürbis aus dem eigenen Garten. Dazu kiloweise Reis. Ali sitzt neben mir und schaufelt als Moslem mit seiner rechten Hand rein was geht.  Er weiß schließlich zu diesem Zeitpunkt schon was am nächsten Morgen auf ihn zukommt. Ich noch nicht, wenngleich ist fast so viel wie er esse. So gut schmeckt es mir. Seine Frau sitzt mir gegenüber und freut sich, dass es mir schmeckt. Gekocht haben die Frauen, Schwester, Cousine, Mama, Schwester der Mama usw. Alle wohnen in unmittelbarer Nachbarschaft. Und alle haben auch ihre Ersparnisse für das Homestay gegeben. 
Das Prozedere um das Essen unterscheidet sich deutlich von unserem. Essen ist hier Nahrungsaufnahme. Es gilt in kurzer Zeit satt zu werden. Von Genuss keine Spur. Kein Wunder, dass ich als Letzter fertig bin. Als ich die Gabel abgelegt habe, beginnen die Frauen auch schon abzuräumen. Ali lässt einen kräftigen Rülpser ab, kein Problem in Indonesien. Ein Zeichen, dass es geschmeckt hat. 
Während die Frauen die Küchenarbeit erledigen, gehen Ali und sein Bruder an den Nachbartisch und zünden sich Zigaretten an. Schließlich haben sie den ganzen Tag gefastet. Es ist Ramadan. Es wird von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang weder gegessen noch getrunken. Und das trotz der harten Arbeit. Ali weist mich darauf hin, dass alle Arbeiter am Krater rauchen. Ohne Zigarette würde er die Arbeit nicht aushalten. Sie gebe ihm die nötige Energie und lasse schwierige Situationen besser bewältigen.
Die Kinder spielen währenddessen in einer anderen Ecke. Die Mädchen ihren Notebooks, made in Indonesia. Die Jungs zieht es auf den unbeleuchteten, hinter dem Haus befindlichen Bolzplatz, wo diese im schwachen Mondlicht Fußball auf ein kleines Tor spielen. Alle barfuss trotz steinigen Bodens.
Ali zündet sich währenddessen bereits seine dritte Zigarette an und bringt mir meine Gasmaske zur Anprobe. Diese hätte ich morgen zu tragen. Ohne diese bestände die Gefahr, dass ich an der Abbaustelle des Schwefels giftige Dämpfe einatme. Er selbst trägt auch eine, ein einfacheres als da Touristenmodell. Für dieses hat er tief in die Tasche gegriffen und in der Bezirkshauptstadt eingekauft. Ein verletzter Tourist kann er sich nicht leisten. Dann könne er sein Hometay wieder schließen. Und das würde die Zerstörung der Zukunft seiner Kinder bedeuten. Diese stehen in Indonesien an erster Stelle. Danach kommt lange nichts. Die Kinder sprechen immer die Eltern mit Papa oder Mama an. Den Vornamen zu nennen ist unüblich bzw. unhöflich. Auch Oma und Op werden so angesprochen.
Ali macht noch nicht den Anschein ins Bett gehen zu wollen. Es ist mittlerweile 19 Uhr und um 00:45 Uhr läutet schließlich der Wecker. Er raucht mit seinem Bruder eine Zigarette nach der anderen. Sozusagen als Vorrat für die morgendliche Tageszeit. 
Ich gehe um 20 Uhr zu Bett, zwanghaft, mit dem schrecklichen Gedanken, dass Ali mich um kurz vor 1 Uhr aus dem Bett wirft. Schließlich will ich alles so authentisch wie möglich erleben. So wie er es seit nunmehr auch schon über 20 Jahren macht. Trotz der harten Arbeit sehe ich ihm seine 38 Jahre nicht an. auch seinem Vater nicht, der nur 2 Jahre älter ist als ich. Beide sind kleingewachsen, wie die meisten Indonesier. Aber beide sehen sehr drahtig aus. Dünn mit hervorstechenden Muskeln und Sehnen. Ihre Stimmen klingen ein bisschen komisch. Ursache des jahrelangen Einatmens der Dämpfe. Jahre zuvor haben beide sich nur mit einem Sarong um den Kopf gewickelt geschützt.

Pünktlich um kurz vor 1 Uhr klopfte Ali an meiner Tür. Ich war sofort hellwach. Alles war schon gepackt. Ich brauchte nur noch die Morgentoilette zu erledigen und schon saß ich auf meinem Scooter und folgte Ali, der über schlechte Wege mit seiner alten Enduro den Weg vorgab.
Nach knapp einer Stunde waren wir zwar am Ijen Krater angelangt, aber noch lange nicht an seinem eigentlichen Arbeitsplatz. Jetzt hieß es, 4 km stramm bergaufwärts zum Kraterrand zu gehen, um von dort 1 km in den Krater herab zu steigen. Verbotenerweise wie auf einem Schild deutlich zu lesen. Dafür interessiert sich hier aber niemand. Die Regierung will Geld verdienen und akzeptiert die zahlenden Touristen. Und die Touristen wollen unbedingt die Arbeit an einem der gefährlichsten und aufregendsten Arbeitsplätze der Welt sehen.
Ali geht ohne Taschenlampe. Er kennt hier jeden Meter. Ich habe das Gefühl, dass er sich innerlich kaputt lacht, dass die Touris den halben Berg ausleuchten. Ich versuche es ihm nach zu machen, das Licht der Taschenlampen anderer Touristen reicht mir aus. Ich bin nicht mehr alleine. Hunderte sind mittlerweile in Bussen eingetroffen und erstürmen den aktiven Vulkan. Schließlich gilt es noch in der Dunkelheit den Kraterboden zu erreichen, denn nur in völliger Dunkelheit ist das Blue Fire, das blaue Licht zu sehen, weswegen die meisten hier organisiert anreisen. Irgendwie bei ich stolz mit Ali und nicht mit einer Tourigruppe hier zu sein.
Vom Kraterrand ist dieses blaue Licht Schönau erkennen. Unübersehbar schlagen die Flammen aus dem Gestein. Nun wird es etwas komplizierter. Ich habe, bin müde und muss mich konzentrieren. Der Weg hinab ist steil. Der Fels ist von der morgendlichen Feuchte rutschig und eine Sicherung existiert nicht. In meinem Kopf schwirren kurz Gedanken an abgestürzte Besucher. Es ist nicht immer ein Vorteil, wenn man sich eingelesen hat und recht gut vorbereitet ist. 
Nach 1 Stunde erreichen wir Alis Arbeitsstelle. Während meine Augen nur das blaue Licht fokussieren, macht Ali es sich an einer geschützten Stelle gemütlich. Er packt sein Essen aus und schaufelt schon wieder große Portionen Reis mit Fisch und Huhn in sich hinein. Ich habe vergessen, dass er ab Sonnenaufgang nichts mehr essen und trinken darf.
Ich trage mittlerweile meine Gasmaske, der Geruch nach faulen Eiern ist je nach Windrichtung extrem. Und diese wechselt stetig. Die Schwefeldämpfe dringen in meine Augen. Diese fangen an echt heftig zu brennen. Für Sekunden muss ich die Augen fest zusammen pressen um die Schmerzen zu lindern. Ich bin dicht dran, zu dicht. Aber das wollte ich. Alis Kollegen schöpfen das Schwefel ab. Nicht alle tragen eine Schutzmaske. Für mich völlig unfassbar. Einige stöhnen laut vor sich hin. Deutlich unter den Masken hörbar. 
Irgendwann steht Ali an meiner Seite. Jetzt würde seine Arbeit beginnen. Körbe füllen und je nach körperlicher Fähigkeit zw. 60 und 110 kg Schwefelbrocken richtig positionieren. Hierbei wollte ich ihn begleiten. Schnell war mir klar, dass dies für mich unmöglich ist. Ich bin so dicht dran, dass ich trotz Maske kaum atmen kann. Zudem spüre ich meine Müdigkeit. Ich beschließe mein Vorhaben komplett zu ändern. Ich mache Ali klar, dass er heute frei hat. Ich gebe ihm zu verstehen, dass ich seinen heutigen Lohn übernehme und er mich lediglich unterstützen soll. Er ist sichtlich überrascht, sagt mir aber auch, dass ich ihm das auch früher hätte sagen können. Er hätte dann nicht so viel zu essen brauchen. Wir lachen beide.
Und dann läuft er zur Hochform auf. Er schnappt sich meine Kamera und mein IPhone und geht super dicht an dIe blauen Flammen. Ich sehe ihn zeitweise gar nicht mehr. Der Qualm ist zwischendurch so stark, dass ich die Hand nicht vor den Augen sehe. Dazwischen ständig die Stimmen der Arbeiter. Irgendwie unheimlich. Nach einer Weile ist er wieder zurück und präsentiert mir die geilsten Fotos. Und das nach einem 2minütigen Einsteigerkurs für Fotografie am Ijen Krater.
Danach drängt Ali zum Aufbruch. Wieder hoch zum Kraterrand, um dort den Sonnenaufgang über dem Kratersee zu erleben. 
Oben angekommen macht es Ali sich gemütlich während ich Fotos schieße. Schließlich hat er heute unerwartet seinen Day Off. Ich fotografiere auch ihn, wie er auf dem Felsen liegt und vor sich hin schlummert. Ich schiesse einige Fotos und traue mich fast gar nicht Ali zu wecken, so tief schläft er mittlerweile. Unüberhörbar. Ich lege mich zeitweise dazu. Im Gegenteil zu Ali muss ich die Schutmaske tragen. Es stinkt zeitweise wie der Teufel. 
Wir gehen entlang des Kraterrandes und genießen die tolle Aussicht auf den See, während die ersten Arbeiter mit ihren schweren Schwefelkörben eintreffen. Ali kennt sie alle. Sie grüßen sich herzlich. Auf Nachfrage gibt Ali zu, dass einige auf ihn neidisch sind. Er hat es in ihren Augen gepackt. Er hat ein Homestay. Seine Tage am Ijen sind gezählt. Zweifelsfrei eine positive Auswirkung des Tourismus. 

SULAWESI 

Der bevorstehende zweite Aufenthalt in der Südsee kommt zur richtigen Zeit. Ich brauche unbedingt eine Auszeit von den vielfältigen Erlebnissen der letzten Wochen. Gerade die letzten Tage haben meinen Kopf mit Eindrücken sozusagen bombardiert.
Mein Aufenthalt in Sulawesi wird mir mit Sicherheit nie mehr aus dem Kopf gehen. Dafür waren die Erlebnisse zu eindrücklich, zu nachhaltig und zu anders. Ich bin auf eine mir bislang völlig andere Kultur getroffen.
Mein Sulawesi Abenteuer begann in Bunaken im äußersten Norden der indonesischen Insel. Bunaken ist ein Unterwasserparadies, das Taucher aus der ganzen Welt anzieht. Im Gegensatz zur Südsee, wo Fische ab 2-3 Meter Länge zu bewundern sind, steht die Unterwasserwelt im Norden Sulawesis für Critters. Manche sind nur Millimeter groß und fast nur mit der Lupe erkennbar. Ich habe noch nie so viele Arten von Seepferdchen wie hier gesehen. In allen möglichen Farbvarianten. Ich muss zugeben, mit Yobel, dem Master of Critters, Tauchbasis Panorama Divers, hatte ich den richtigen Guide an meiner Seite. Er sieht oder findet einfach alles. Ich bin nur durch viel Glück auf ihn getroffen. Manchmal ist er auch mit Meeresbiologen unterwegs. Noch nicht vor allzu langer Zeit hat er mit einem solchen 17 neue Spezies entdeckt. Dafür wurde eine auch nach seinem Namen benannt. Es war sogar notwendig mir eine Unterwasserlupe zuzulegen, denn auch unter Wasser werden meine Arme immer länger.
Seepferdchen zählen mittlerweile zum meinen Lieblingen. Sie sind so funny. Ich könnte sie stundenlang beobachten. Dank Yobel sah ich erstmals Animals, die ich alleine überhaupt nicht alssolche identifiziert hätte. Stellvertretend für so viele hier einige Namen, die an sich schon aufregend klingen, ohne sie gesehen zu haben. Geisterflötenfisch, Froschfisch, Schauckelfisch, Orang UtanKrabbe, usw., um nur einige zu nennen.
Wenngleich die 3km vor dem Festland liegende Insel Bunaken nicht für schöne Strände steht, bietet diese neben dem Tauchen ursprüngliches Inselleben. Unbefestigte Wege erlauben keine Pkw, lediglich Scooter und motorisierte Rikschas verkehren auf der Insel. Die Bevölkerung ist protestantischer Konfession. Die meisten leben vom Tourismus und dem Fischfang. Der Strom ist rationiert. Erst ab 17:30 Uhr brummen die Generatoren. Eindrücke aus Bunaken.
Um Sulawesi intensiv zu bereisen braucht man definitiv mehrere Wochen. Eine Insel, fast so groß wie Deutschland, und längst nicht so gut erschlossen wie andere Landesteile. Oft verbringt man Stunden im Bus, um das nächste Ziel zu erreichen. Genauso eine Busfahrt habe ich auf mich genommen. 11 Stunden im Tagesbus von Makassar im Süden in das Toraja Hochland. Steile Kalkfelswände, umgeben von teils hohen Bergen und inmitten malerischer Reisfelder die traditionellen Dörfer der Toraja mit ihren verzierten Häusern. 

Obwohl die Toraja mittlerweile zum Christentum bekehrt sind, haben sie die Ahnenverehrung noch aus ihrem alten Glauben beibehalten. Dies zeigt sich in den aufwendigen Beerdigungszeremonien, bei denen manchmal mehr als hundert Wasserbüffel und Schweine geopfert werden. Ich hatte echt Glück, dass einen Tag nach meiner Ankunft eine Zeremonie stattfand, wie sie nur bis zu 6 Mal im Jahr stattfindet. Eigentlich war ich auf Ratschlag eines örtlichen Guides auf dem Weg zu einer anderen Feier, als mir ein Lkw voller, zum Teil schwarz gekleideter, Menschen auffiel. Die meisten stehend, damit mehr drauf passten. Mein kriminalistischer Spürsinn sagte mir gleich, dass diese zu einer größeren Feier unterwegs sind. Eine halbe Stunde folgte ich dem Wagen. Ich wollte schon fast aufgeben, als wir den kleinen Ort erreicht hatten, wo die Feier stattfand. 

Es hatten sich erst eine überschaubare Menge von Besuchern bzw. Zuschauern eingefunden. Im ersten Moment war ich schon etwas erstaunt, als ich die Ausmaße der extra hierfür erbauten Arena erblickte. Bambuswälder wurden großflächig gerodet, um alle Bambusgebäude errichten zu können. Schließlich wurden mehrere tausend Gäste erwartet. Es gab mehrere Schauplätze, an denen schon Wasserbüffel für die spätere Opferung plaziert waren. Auch lagen schon mit Bambus verschnürte Schweine auf dem Boden. Viele von ihnen quiekten wie am Spieß. Wohl ahnend was sie erwartete. Andere wiederum waren schon geschlachtet und garten langsam in Bambusstäben vor sich hin, nachdem sie zuvor mit dem Bunsenbrenner sozusagen angeröstet wurden.
Langsam tastete ich mich zum Haupthaus im Ortskern vor, wo die Feier begann. Die engsten Familienangehörigen hatten sich unter einem Reisspeicher versammelt und warteten auf das Eintreffen des Priesters, der die Can. 45-minütige, öffentliche Messe, hielt. Ich war ohne Guide unterwegs, hatte aber zuvor die Benimmregeln studiert, die da u.a. hießen, niemals vor oder zu eng bei den Familienmitgliedern zu stehen. Ich erlebte es aber ganz anders. Kaum war ich in der Nähe dieser, kam eine junge, gut aussehende Indonesierin auf mich zu und sprach mich in bestem Englisch an. Kurz darauf stellten wir beide fest, dass Deutsch die uns besser liegende Sprache ist. Maria lebt in Bochum, hat dort studiert und ist extra für die Feier angereist. Sie erzählt mir, dass ihre Mutter bereits im Januar gestorben ist. Fast 6 Monate war sie im Haus bei ihrem Ehemann aufgebahrt. In dieser Zeit wurde die "Arena" gebaut, alle Vorbereitungen getroffen, Menschen eingeladen und vor allem Geld gesammelt. Eine halbe Million Euro habe man für alles veranschlagt. Alleine der teuerste Wasserbüffel habe knapp 70.000 Euro gekostet. Ein leicht rosafarbener mit schwarz-braunen Flecken. Diese seien die edelsten und teuersten.
Im Gegensatz zu unseren Bestattungen stehen die Beerdigungszeremonien der Toraja eher unter dem Aspekt einer fröhlichen Feier. Niemand ist traurig. Niemand weint. Lediglich der noch lebende Ehemann wirkt zurückgenommen, nicht zuletzt wegen seines ebenfalls hohen Alters. Die Familie gehört zur höchsten Schicht. Daher steht sie sozusagen unter dem Druck eine solch große "Party" stattfinden zu lassen. Maria liefert mir alle notwendigen Infos, die ich zum Verständnis der Feierabläufe brauche. Sie ermöglicht es mir auch später auf der VIP Loge bei den engsten Familienmitgliedern zu sitzen. Von hier habe ich den besten Überblick. Auch auf die später stattfindenden Büffelkämpfe.  
Nach der Messe wird der Leichnam in einem roten, unter einem Reisspeicher stehenden Häuschen, auf einem schweren Bambusgestell durch den Ort getragen. Voran gehen Männer mit einem Bambusgeflecht. In diesem stecken die Schwerter bzw. Messer, mit denen später den Büffeln die Kehle aufgeschnitten wird. Dahinter gehen die Wasserbüffel, der teuerste und schönste Büffel vorne weg, danach die schweren bzw. massigen Bullen, gefolgt vom normalen Tiervolk. Die Menschenreihe wird von bunt, traditionell und aufwändig gekleideten jungen Mädchen angeführt. Dann folgt auch schon der Ehemann, der auf einer erhöhten Sitzposition auf einem Bambusgestell  seiner Toten Frau sozusagen hinterher getragen wird. Die Prozession kommt immer wieder zum Stocken. Die Gestelle sind zu schwer, dass sie in einem durchgetragen werden könnten. Immer wieder ist lautes Gerede, Gesänge und Musik zu hören. 
Auf dem Hauptplatz angekommen, wird der Leichnam auf einen erhöhten Turm getragen, wo er eine Woche liegt, bevor es in die Erde geht. Eine Woche lang finden jetzt jeden Tag Veranstaltungen auf dem "Festplatz" statt. Dabei werden jeden Tag Tiere geopfert. Ich war froh, in dem Moment als dem ersten Büffel die Kehle aufgeschnitten wurde, bei einer jungen Frau des engsten Familienkreises gesessen zu haben. Sora ist Englisch Lehrerin an der Schule in Bandung, im Westen Javas. Ihr Mann arbeitet für den Staat. Beiden geht es sichtlich gut. Auf die Frage wo momentan ihr Mann sei, gibt sie an, dass dieser beim Schlachten der Tiere helfe. Viele Helfer seien gebraucht, da es gelte das frische Fleisch an die eingeladene Bevölkerung des Ortes zu verteilen. Alle Gäste haben keine Unkosten. Die Wasserbüffel verdienen eine extra Erwähnung. Bis zu ihrem Tod gehen die Menschen liebevoll mit Ihnen um. Viele streicheln sie, geben ihnen Wasser und schütten immer wieder kaltes Wasser auf die erhitzte Haut. Viele reden auf die Büffel ein. Ich habe den Eindruck dass einige ahnen, was auf sie zukommt. Einige schwitzen sichtlich und haben Schaum vor dem Mund. Vom eigentlichen Opferritual mache ich nur wenige Fotos. Das ist nicht mein Ding. Der Platz ist mittlerweile voller Blut. Es riecht nach Fleisch und Innereien. Zwischendurch drängen die Angehörigen darauf, dass ich auch wirklich alles fotografiere. Mit der Zeit werden mir die Menschenmassen zu viel und nach einigen Stunden verabschiede ich mich höflich.
Die Wasserbüffel verdienen aber noch extra erwähnt zu werden. Je höher das Ansehen des Toten ist, umso mehr Wasserbüffel müssen bei dem Fest geopfert werden. Die Wasserbüffel sind ein Symbol für Macht und Reichtum. Die Toraja glauben, dass der Verstorbene die Büffel braucht, um seine Reise ins Jenseits zu machen, und dass sie schneller dorthin kommen, wenn viele Büffel geopfert wurden. 
Einmal in der Woche findet ein Markt statt, wo Wasserbüffel gekauft werden können. Bei meinem Besuch interessierte ich mich natürlich für die teuersten, die sogenannten Albino Wasserbüffel, die hundert tausende Euro kosten können. Sie sind rar und werden logischerweise nur von der adeligen Schicht gekauft. Einer war an dem Morgen für läppische 500.000000 Mio. Indonesische Rupia verfügbar. Das sind beim momentanen Kurs 34.562 Euro Verhandlungsbasis. Wir haben uns gleich gut verstanden, derweil das Tierchen lustig aufgelegt war. Egal wo ich stand, ob links oder rechts von ihm, gab es ein Herausstecken der Zunge.
Bleibt noch die Frage, wie die Toten beigesetzt werden, Lange wurden sie unter einem Vorsprung einer Felswand aufgehängt, dann in Felsengräber beigesetzt. Diese wurden aber oft geplündert, da die Toraja den Toten wertvolle Grabbeilagen mitgaben. In den Felswänden sind Ahnenfiguren zu finden, die Abbildungen der Verstorbenen sind. Diese werden in alter Tradition von örtlichen, nur noch wenig vorhandenen Künstlern, hergestellt.  
Sieben spannende und kurzweilige Wochen Indonesien gehen zu Ende. Ich werde einige Zeit brauchen, um alle Eindrücke zu verarbeiten. Es gab Tage, die mich nicht nur in einer völlig anderen Kultur,sondern auch in einer uns fremden Welt, wähnten. Am stärksten hat mich definitiv das Land und die Rituale der Toraja beeindruckt,
Indonesien zählt für mich neben Vietnam und Myanmar zu den schönsten Ländern Südostasiens. 

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Kommentare: 8
  • #1

    Hubert (Montag, 23 Mai 2016 20:36)

    Christof
    wenn jemand Träume erfüllt zerfallen sie, die Träume
    bei Reinhold Messner war das auch so,
    er saß ziternd auf 8848 m mit seinem Tonband auf dem Gipfel, von dem sie ihm alle den Gehirntod vorausgesagt hatten.
    Peter Habeler, Verstandmansch war auch mitgekommen und war nach dem Aufstieg schnell auf dem Hosenboden abgerustscht ins Lager IV und hat den schneeblinden Messner dann von dort heruntergeführt ins Basecamp.
    So hilft man sich.
    Mut&Angst sind die Verbündeten des Überlebens,
    ...aber nachmachen geht nicht.

    Reisen ist noch immer Abenteuer. Reisen ist immer Überlebenskunst.

    Bist ganz allein irgendwo in der weiten Welt.
    Ich denk an Dich und viele Andere auch.
    Das hilft, das weiß ich, das hilft wie die Anfeuerungsrufe in der Zielkurve und Liebesbriefe in der Einsamkeit.

    Hubert

  • #2

    mega wulandari (Dienstag, 21 Juni 2016 04:52)

    Terimakasih Mr christof sudah memperkenalkan tentang betapa indah Indonesia , saya berharap dengan adanya foto itu akan membuat Indonesia menjadi lebih dikenal keindahannya , alam dan semakin banyak turis yang datang mengunjungi indonesia :) .

  • #3

    Hubert (Sonntag, 26 Juni 2016 14:43)

    "mega wulandari (Dienstag, 21 Juni 2016 04:52)

    Vielen Dank, Herr christof bereits eingeführt, wie schön Indonesien, hoffte ich, dass das Bild Indonesien geworden besser bekannt Schönheit, Natur und eine wachsende Zahl von Touristen machen würde, die kommen, Indonesien zu besuchen :)."

    Hallo Christof, ich kann kein Indonesisch, wollte aber wissen, was "mega wulandari" Dir am Dienstag, 21 Juni 2016 04:52 hier geschrieben hat und habe deswegen mal den Text von google/translate übersetzen lassen und hier hinein kopiert.

    Bin virtuell voll an Deiner Reise beteiligt.

    Deine Bilder und Texte rufen oft Bewunderung und Begeisterung hervor.
    Das Leben kann so wunderbar und interressant sein wenn man sich was traut und es macht, zeigst und sagst Du uns immer wieder.

    Hubert



  • #4

    Schweiz 1 (Sonntag, 03 Juli 2016 00:31)

    Hallo Weltenbummler
    Kann es sein , dass du zwischenzeitlich aus den Augen verlierst, warum man mit möglichst wenig Gepäck, einfachsten Mitteln und oft halbleerem Portemonnaie auf so eine Reise geht? Wir geniessen und verfolgen akribisch genau deinen Blog. Und deshalb ist uns auch aufgefallen, dass du dich doch einige Male über hohe Preise, schlechtes Wetter, defekte Motorräder, Pannen oder andere missliche Umstände beklagst. Nur zur Erinnerung: Auch darum geht es beim Reisen! Du weisst ja selbst, dass genau diese Geschichten, bei einem Glas Wein mit Kollegen, die besten sind. Aber selbstverständlich freuen wir uns stets auf deine Reiseberichte, geniessen, schwitzen, leiden und freuen uns mit dir. Die Bilder sind phänomenal, wie wir es uns von dir gewohnt sind. Der farbige Kratersee ist umwerfend, nur solltest du aufpassen mit diesen sicher nicht ökologisch abbaubaren Chemikalien, welche du zum einfärben gebraucht hast. Und was waren das für Blumen, die du in den Vulkan geworfen hast? Das qualmt ja schlimmer als bei einer Kehrichtverbrennungsanlage. Übrigens glauben wir, dass du dich bei der Situation mit dem balinesischen Model verschrieben hast. "Passend hob sich die nackte Cheria von den dunklen und kahlen Buddhastatuen ab. Solche Momente wünscht man sich als männlicher Fotograf."
    Wir finden es übrigens toll, dass du dich mit deinen Arbeitskollegen im Ausland so gut verstehst und sie auch gegen gemeine Anschuldigungen verteidigst.
    Wenn du vom Scooterfahren auf sandigen Pisten schreibst und davon dass du mehrfach umgekippt bist, haben wir schon gewisse Bedenken, was deine Sicherheit angeht. Da beruhigt es uns dass du auf den Bildern geeignete Schutzkleider trägst. Wo wir gerade von Mode sprechen, die zu engen und farblich fürs Weltenbummeln nicht gerade idealen Hosen sollten dringend einmal gewaschen, oder besser noch ersetzt werden.
    Ansonsten machst du alles richtig und bist für uns ein Vorbild. Ich (Simon) habe jetzt auch die gleiche Frisur wie du. Und auch sonst versuchen wir wie du zu sein. Soll heissen, wir brechen morgen auf, um uns während zwei Monaten durch die französischen Alpen zu kämpfen. Zwischen Genf und Menton am Meer (neben Monaco) erwarten uns einige Tausend Höhenmeter, etliche Kilometer und hoffentlich eine Menge wunderschöner Sujets. Auch wir versuchen unsere Erlebnisse auf einem Blog festzuhalten. Falls es dich interessiert, hast du die Blogadresse auf deiner Mail.
    Wir wünschen dir weiterhin viel Spass, tolle Erlebnisse, interessante Bekanntschaften und eine Menge toller Bilder.
    Liebe Grüsse
    Simon & Priska

  • #5

    Schweiz 2 (Freitag, 08 Juli 2016 13:40)

    Bla bla bla




    ;)




  • #6

    :) (Montag, 11 Juli 2016 14:29)

    Dann erhol dich jetzt mal gut von deinem anstrengenden Urlaub - wünsche dir einen ruhigen Flug in die Südsee!

  • #7

    Florian K (Samstag, 02 September 2017 07:44)

    Hallo Cristof,

    mit wirklich Gaensehaut habe ich gerade deinen Artikel hier zu Ende gelesen :)
    Ich bin momentan in Malang unterwegs und kann wirklich nur bestaetigen das Indonesien eines der schoensten Laender ist in denen ich jemals war. Ich kann wirklich sagen das ich erst durch deine Bekanntschaft damals in Perth erst auf den Gedanken gekommen bin Sued Ost Asien zu bereisen und kennen zu lernen. Nun sind schon knapp 6 Monate in Asien vergangen und ich bin immer noch nicht "satt".

    Ich bin wirklich Dankbar das ich dich getroffen habe!

    Alles Gute nach Deutschland!
    Florian

  • #8

    saliza manawan (Montag, 02 Oktober 2017 06:07)

    so exited ... can u come to jogja again ? hehe
    your photos is so nice picture . I like that