AUSTRALIEN

"....nach 27 Jahren wieder in Australien"


Sydney 

Wie sehr habe ich mich auf diesen Moment gefreut wieder in "meinem" Zelt zu liegen. Nach 8 Wochen Japan in Hostels, Jugendherbergen, Klöstern und Backpackers habe ich den Moment herbeigesehnt mal nicht auf Schnarcher, Toilettengeher, Spätheimkehrer oder sonstige Noisypersons Rücksicht nehmen zu müssen. 

Jetzt ist der Moment da und was für einer. Ich habe mein Zelt im Uluru Nationalpark am Ayers Rock aufgeschlagen. Der Mond steht so prall am Himmel, dass die Sterne fast nicht zu sehen sind. Vor 27 Jahren war ich schon mal hier, damals im Bushcamper Allradfahrzeug mit Schlafkabine. Was sich geändert hat, ist schnell auf den Punkt gebracht. Beim Anschalten meines Ipad werde ich gefragt, ob ich mich kostenlos ins Wifi Netz des Campgrounds einwählen möchte. Auch sonst hat sich einiges getan. So gibt es einen Supermarkt mit allem was man benötigt, sofern der Geldbeutel mit spielt. Ich bin im australischen Outback und da kostet die Liter Flasche Wasser doch schon läppische 3 Euro. Willkommen in Australien 🇦🇺.

Nach fast einer Woche Sydney ist das Rote Zentrum Australiens eine schöne Abwechslung, wenngleich Sydney alles gehalten hat, was ich mir gewünscht hatte. Ich hatte schöne Tage in dieser für viele Reisende schönsten Stadt Australiens, wenn nicht sogar der Welt.


Von Tokyo ging es, nachdem ich mir noch einmal so richtig den Magen voll geschlagen hatte, mit Air Asia für 300 Euro! über Kuala Lumpur nach Sydney. Wenn das mit den Billigfliegern so weiter geht, fliegt man in ein paar Jahren kostenlos oder man bekommt bei nicht Benutzung der Toilette noch Geld zurück. 300 Euro für eine Gesamtflugzeit von 13 Stunden sind unfassbar.

Wie gesagt, Australien hat das Preisniveau von Japan, folglich quartierte ich mich im Backpackers ein. 10 Personen im Zimmer, echt cosy. Ich habe mich gleich mit Mohammed angefreundet, der unter mir schlief. Im unteren Bettgestell versteht sich. Es gab nur eine Sache, die ich zwar respektierte, ihn dafür aber zu Allah beamen wollte. Mohammed packte um 23 Uhr seinen Gebetsteppich aus, richtete ihn gen Mekka aus und betete. Nicht im Dunkeln, nein, bei Flutlicht im Zimmer. So weit so gut. Wäre da nicht das Morgengebet um kurz vor 5 Uhr gewesen. Die Nummer war echt hart. Nicht nur für mich, für alle im Zimmer. Dennoch war er mir sympathisch und wir haben viel gequatscht. Im wahrsten Sinne des Wortes über Gott und die Welt. 


Die allmorgendlichen Gebete Mohammeds hatten zur Folge, dass ich meist nicht mehr einschlafen konnte und somit keine Probleme hatte, für einen Morgenlauf aus den Federn zu kommen. So lernte ich Sydney zunächst schnellen Schrittes kennen. Ob Sydney die schönste Stadt der Welt ist, darüber lässt sich streiten, nicht aber, welches die schönste Laufstrecke der Welt ist. Diese führt vom Stadtteil Kings Cross die steilen Treppenstufen hinab zum Meer, entlang dem Wasser zum botanischen Garten, um die Oper, zum Hafen, durch The Rocks und schließlich auf die Harbour Bridge. 1 Stunde sagte man mir, benötige ich für die Strecke. Mit Fotos vom iPhone schießen und schweren Beinen waren es am Ende 1:30 Std. So lange bin ich schon seit 1 Jahr nicht mehr gelaufen. Die Strecke in Fotos.

Laufen macht bekanntlich hungrig. Und so steuerte ich nach meinem Morgenlauf den ältesten Essenstand Sydneys, Harrys Café de Wheels, an. Nach einem Lauf zwar keine körpergerechte Nahrung, dafür aber fettig und schmackhaft. 

Früh morgens gehen die Pies am besten versicherte mir eine der Verkäuferinnen. Gegen 11 Uhr beginnt dann die Hot Dog Phase, auch Pommes sind beliebt. Gegenüber ist der Landungshafen der australischen Marine. Da gehen so einige Würstchen täglich über die Theke. Ich hatte mich für einen Spezialpie mit dem Namen "The Original Tiger Pie Peas Mash & Gravy", gefüllt mit Meeresfrüchten, entschieden. Obendrauf gab es eine Kartoffelpüree Masse mit grüner Sauce. Heiß serviert eine echte Versuchung. Und zudem kaum Kalorien!


Ob ich danach noch eine Portion Pommes gegessen habe, lasse ich an dieser Stelle mal offen. Sydney ist zweifellos eine Stadt in der es sich gut leben lässt. Wer etwas auf sich hält wohnt in einer der zahlreichen Buchten, die sich dicht ans Zentrum reihen. So zum Beispiel Watson Bay mit seinen steilen Klippen die schroff ins Meer abfallen. 

Über den schönsten Strand Sydneys hat bestimmt jeder schon mal was gehört, schließlich ist Bondi Beach eine Institution. Ich war jedoch skeptisch, gerade wenn etwas hoch gelobt wird, ist es in der Realität oft anders. Nicht so am Bondi. Ich näherte mich dem Strand in einem 6km langen Küstenweg von Congee Beach. Schon hier hätte ich verweilen können, eine entspannte Athmosphäre an einem sonnigen Frühlingstag bei 25 Grad und stetigem Wind. 

Zwischendurch gab es schon genügend Stellen, wo ich hätte stundenlang verweilen können. Ich wunderte mich doch sehr über die Einheimischen, die wie los gelassen am Strand und in der Sonne tollten. Gut, es war Wochenende und schönes Wetter. Dennoch gab es etwas was ich so nicht gedacht hätte. 70 % der Menschen hatte einen gewaltigen Sonnenbrand. Viele sonnten sich halbnackt in der Mittagssonne und die ist von anderem Kaliber als "unsere" Sonne. Unter Schutzfaktor 50 geht hier gar nichts. Und dazu das Trinkverhalten. Auf den ersten Blick kommt es mich vor, als saufen die Australier wie die Löcher. Mal sehen, ob sich dieser Eindruck im verlaufe meiner Reise durch Australien verfestigt. 

Und dann kam er. Schon von weitem kündigte er sich an, der Strand aller Strände in Australien. Und in der Tat, er ist wirklich traumhaft. Lang, breit, feinpudrig und leicht abfallend ins Meer, ideal für Surfer. Und von denen hat es einige hier. Dazu die vielen Bars und Restaurants. Und das Beste, sogar einen Swimmingpool am, oder besser gesagt, im Meer. 


Uluru Kata-Tjuta National Park

Nach 6 Tagen Sydney machte ich mich auf den Weg ins rote Herz Australiens. Die Wahl fiel auf den Flieger, mal wieder mit Jet Star. Bei einem Preis von 190 Euro für einen 3 1/2 Stunden Flug gegenüber dem Fahrzeug einfach unschlagbar. Alleine der Sprit für die 3000 km Strecke wären um ein Vielfaches höher gewesen. 

Als der Flieger auf der Landebahn im Uluru Kata Tjuta National Park aufsetzte, gab es im Flieger lange Gesichter. Der Pilot kündigte 16 Grad, starken Wind und leichten Regen an. Und das zu dieser Jahreszeit, wo normalerweise 30 Grad und mehr gemessen werden. Die globale Erwärmung ist halt überall zu spüren. Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, dass dies die besten Voraussetzungen waren die Wüste bunt und farbenfroh zu erleben. 

Auch die Auswahl meines Zeltplatzes erwies sich als Glücksgriff, denn meine Nachbarin war keine geringere als Ruth. Ruth ist in München geboren und vor ewigen Zeiten ausgewandert. Seit 18 Jahren lebt sie an der Ostküste Australiens, hat dort alles verkauft und sich einen Toyota Landcruiser zugelegt. Mit diesem fährt sie nun schon seit einigen Jahren durch Australien. Sie ist schon seit 7 Tagen am Ayers Rock und schwärmt mir gleich von dieser einzigartigen Gegend vor, wenngleich sie sich wundert, wie lange ich brauche mein Zelt aufzubauen. Ich erkläre ihr meine Zeltstorys, dass ich bereits das 3 Zelt in Gebrauch habe und mir dieses in Japan zugelegt und noch nicht einmal den Aufbauplan studiert habe. 

Es kam dann wie es kommen musste. Ruth, klein, drahtig, blondhaarig, geschätzte 45 Kilogramm und äußerlich geschätzte 60 Jahre alt. Erst später, als ich sie morgens Yogaübungen machen sah, erfuhr ich, dass sie 75 Jahre alt ist. Ich würde mal sagen, alles richtig gemacht Ruth. Ruth ist hübsch, einzigartig und auch manch ihrer Aussagen wie: "... hier ist es so schön, da könnt ich abends in der Düne einen Joint rauchen", verblüffen mich. Sie erklärt, dass sie schon immer anders war. Wohl ein Grund, warum wir uns gleich so gut verstanden. Ihren Mann habe sie vor einigen Jahren abgeschossen, ihm sei der Pepp verloren gegangen. Jetzt könne sie endlich leben wie sie möchte. 

Auch gibt sie mir gleich zu verstehen, dass sie nicht erreichbar ist. Sie habe weder Facebook noch Internet. Facebook sei ihr ein Greul und auch einen Fotoapparat besitze sie nicht. Es sei alles in ihrem Kopf. Akzeptiert. Ruth gab mir einige Tipps rund um den Ayers Rock und die benachbarten Olgas. 


In den darauffolgenden Tagen erkundete ich den Berg, zu Fuß und als besonderes Erlebnis laufend. Eine 9,6 Kilometer Runde durch roten Sand, immer entlang an diesem mystischen Berg, der UNESCO Weltkulturerbe ist. Und tatsächlich, die Wüste lebt. Eine einzigartige Farbenvielfalt in der Wüste. 


Irgendwie konnte ich von der Landschaft rund um den Ayers Rock nicht genug bekommen. Schon vor 27 Jahren, bei meinem ersten Besuch, hat mich der Berg sozusagen in seinen Bann gezogen. Es ist weitaus mehr als nur ein einfacher Berg. Er steckt voller Energie und ist in der Mythologie der Aborigines tief verwurzelt. 


Diesmal habe ich mich an den Wunsch der Aborigines gehaltenen. Ich habe ihr Heiligtum nicht bestiegen. Es fiel mir überhaupt nicht schwer, denn nach dem Besuch des neu errichteten Culture Center und den dortigen Erklärungen, Schautafeln und Filmen, kann man den Berg eigentlich gar nicht mehr besteigen. Spätestens hier versteht man warum man unten zu bleiben hat.Ruth war auch nicht oben. Hingegen gab sie mir den Tipp den unscheinbar klingenden Liru Walk zu gehen. Und der hatte es in sich. Millionen von Blumen am Wegesrand, abgestorbene Bäume, roter Sand und immer wieder der Ayers Rock im Background. 

Zum Abschluss wanderte ich noch um die Olgas, sogenannte 36 Köpfe aus Sandstein, dem Ayers Rock ähnlich, aber mit vielen engen Schluchten und tiefen Tälern. Der Valley of the Winds Walk lässt die besten Ausblicke auf die surreal wirkenden Felsendome zu. Der Weg ist zwar nur knapp 8 km lang, dafür führt er über holpriges, unterschiedliches Terrain, und das bei Temperaturen meist über 30 Grad. Eine faszinierende Wanderung mir unzähligen fantastischen Ausblicken.


Alice Springs

Bei dem Ort Alice Springs scheiden sich sie Geister. Die einen lieben die Stadt, sie anderen hassen sie und sind nach einem Tag wieder weg. Ich mag die Stadt, definitiv. Sie ist anders, bunt, schrill, heiß, indigen und voller Tradition und Geschichte. 

Hier hält der legendäre Ghan, der Zug aller Züge, hier sehen die Menschen anders aus, hier leben die Aborigines ganz dicht neben den weißen Australiern, hier schlägt das Herz des roten Zentrums, kurzum, Alice Springs ist wie die nachfolgende Toilette.


Und dieses Bild setzt sich auch auf meinem Campground fort. Anders als sonstwo kostet er keine 28 Dollar, sondern nur 11 Dollar. Und das pro Zelt! Dafür ist er oriiginal. Die duschen sind einfach, die Hauptstraße nebenan. Allabendlich füllt sich der Platz mit Schnäppchenjägern aus der ganzen Welt. Es gibt aber auch Stammgäste. Jim, mein Nachbar, lebt auf diesem Platz. Ein cooler Typ, der sich allabendlich einen 6pack in die Kehle schüttet, bevor er auf stärkeres Zeug umstellt. Zudem spielt er mit jeden Abend irgendwelche Songs auf einer seiner Gitarren. Es hört sich grässlich an. Erst recht wenn er schon abgefüllt ist. Ich mag ihn. Er ist gut drauf und ich würde wetten, er würde mir alles geben, sofern er etwas hätte.

In Alice knistert es förmlich in der Luft. Ich spüre die Spannungen zwischen den weißen Bewohnern und den Ureinwohnern ganz deutlich. Viele Aborigines sitzen in der sogenannten Hauptstraße im Schatten und verkaufen selbst gemalte Zeichnungen der Dreamtime. Viel von ihnen sind betrunken. Auch ihr Körpergeruch ist ganz besonders. Viele wirken ungepflegt. Meist unterhalten sie sich in ihrer Sprache, sprechen aber auch Englisch. Sie erhalten bis zu 1500 Dollar im Monat vom Staat. Die Weißen haben scheinbar ein schlechtes Gefühl, dass sie den Menschen vor langer Zeit ihr Land weggenommen haben. Es ist wie überall. Man dringt ein, übernimmt, macht sein Ding und repariert dann die Schäden der Vergangenheit. Mal gut, mal weniger gut. 

Die Aborigines sind auch Touristen gegenüber zurückhaltend, ja gar verschlossen. Ich bräuchte Stunden bis es mir gelang ein paar wenige Fotos zu machen. Alle wollten Geld fürs Foto. Ich weigerte mich jedoch etwas zu zahlen. Das tue ich nicht immer. Es hängt von der Situation ab. Erst als sie spürten, dass ich ein gewöhnlicher Tourist im Zelt, mit einfachem Pkw unterwegs bin, gewährten sie mir ein paar Aufnahmen. Dabei blieb ihr Gesichtsausdruck immer gleich.

Und dann lief er ein. Der Ghan. Der Zug schlechthin. Teuer, langsam und etwas für Genussmenschen. Warum bin dann nicht ich mit ihm gefahren?  Nun gut, jedenfalls ist er so lang, dass er fast nicht in den Bahnhof von Alice passt. Und ausgebucht ist er ich noch. Viele Amerikaner und Asiaten steigen aus. Der Jüngste ist geschätzt 75 Jahre alt. Jetzt weiß ich auch, warum ich nicht mit ihm gefahren bin! 

Ich zähle 36 Waggons. Alle Silber und aus Edelstahl und Aluminium. Er sieht ehrwürdig aus. Vor die Waggons sind zwei schwere Dieselloks befestigt. 3 1/2 Tage benötigt der Zug vom Süden Australiens nach Darwin, das auch mein Ziel ist. Der größte Unterschied dürfte darin bestehen, dass die Gäste des Ghan jeden Abend ein mehrtägiges Menü gezaubert bekommen. Doch wa ist cooler. Auf der Isomatte unter dem Sternenhimmel liegen und sich wegkatschen oder im Zug sitzen? OK, beides ist aufregend. Depends.

Alle Touris treffen sich in Alice im Kmart, der Supermarkt für preisbewusste Traveller. Und da sind fast alle Reisende, denn Australien ist sau teuer. So zahlte ich am Hafen in Sydney zum Sundowner mal locker 9.50 Euro für ein Bier, 0,33 Liter. Ok, die Australier verdienen mehr. Der Mindeslohn liegt aktuell bei 19 Dollar. Dennoch fällt es mir schwer am TG weniger als 50 Dollar auszugeben. Fahrzeugmiete, Campingplatz, Essen, Eintrittsgelder, Sprit, es summiert sich halt. Mit der nächsten Beförderung werde ich es alles wieder rausholen! Promise!

Zum Abschluss gabs in Alice noch einen Besuch im Desert Park, den ich jedem nur empfehlen kann. Aborigines erklären etwas zu ihrem Verständnis zur Natur, zu ihrer Lebensweise im Busch, über die Jagd und über Buschnahrung. Dazu hat man Gelegenheit diverse Tiere der Wüste von nahmen zu bestaunen. Auch die Vogelschau ist Klasse! Am besten gefielen mir die Kängurus, wenngleich ich einen Rüffel bekam. Ich sei leichtsinnig, mich so dich an das Alpha Männchen gewagt zu haben. Dabei hatte ich dem doch erklärt, dass ich kein Konkurrent für seine 7 Gespielinnen bin. Gut, das konnte der Wärter ja nicht wissen.

Mittlerweile bin ich auf dem Weg nach Cooper Pedy, der Opalhauptstadt schlechthin. Hier wollte ich schon immer hin. Einige Berichte über diesen wohl einmaligen Ort haben mich neugierig gemacht. Zudem sieht die umliegende Landschaft vielversprechend aus. Nicht umsonst wurden hier Filme wie Mad Max gedreht.

Der Stuart Highway ist die Lebensader des Outback. Mehrere tausend Kilometer zieht er sich von Süd nach Nord und verläuft meist schnurgerade. Die Highlights entlang der Strecke sind rar. Abwechslung bringen lediglich die immer wiederkehrenden Hinweisschilder auf mögliche Gefahren links und rechts der Straße.

Die Hinweise der netten Mitarbeiterin im Tourist Office in Alice Springs werden mit wohl immer in Erinnerung bleiben. Während man in Deutschland bei Anmietung eines Fahrzeuges auf Parkverstösse, Geschwindigkeit und sonstiges hingewiesen wird, bestand die Einweisung in Alice in der Schilderung der Gefahren am Fahrbahnrand. "Wenn du dir ein Känguru einfängst, ist dein Wagen geschrottet." Mit diesen Worten wies mich die Mitarbeiterin darauf hin, dass ich in diesem Fall auf dem Schaden sitzen bleibe. Ich sei kein typischer Deutscher. Deutsche würden normalerweise alle Versicherungen abschließen, die sie anbieten würden. Der Deutsche möchte kein Risiko eingehen. Weshalb ich denn nun plötzlich mit einer normalen Versicherung aus dem Rahmen falle? Ganz einfach, ich bin kein typischer Deutscher. 

Schon wenige Kilometer hinter Alice Springs sah ich dann am Straßenrand schon die ersten Kadaver totgefahrener Tiere. U.a. auch ein totgefahrenes Kamel. Sofort kam in mir die Frage auf, wie mein Wagen wohl aussehen würde, wenn ich mit ein Kamel einfange? 785 km bis Cooper Pedy zeigt das Verkehrsschild. Für Australier nichts besonderes, für mich mal kurz von zu Hause in den Süden Frankreichs gefahren. 

Man ist geneigt die immensen Dimensionen in Australien außer acht zu lassen. Beim Besuch des Flying Doctors Service in Alice entdeckte ich nachfolgende Karte, in der Deutschland fast unterging. 110 km/h sind im Northern Territory erlaubt, aber fast nicht zu schaffen. Unvorangekündigte Schlaglöcher, Tiere auf der Fahrbahn oder verlorene Gegenstände sind nur einige der Gefahren.

Coober Pedy

Mittlerweile hat es genügend Roadbäuser, wo es sich bequem rasten, duschen und was essen lässt. Je abgelegner, desto teurer ist der Sprit, aber immer noch günstiger als bei uns. Eine der wenigen Sachen in Australien für die das zutrifft

Nach fast 8 Stunden Fahrtzeit entdecke ich ein Hinweisschild, das mir bislang unbekannt war. Cooper Pedy war erreicht. Sofort fiel mir die Titelmelodie des Klassikers Spiel mir das Lied vom Tod ein. Tausende Hügel aufgebuddelter Erde, Arbeitsgeräte, Schrottfahrzeuge im Wüstensand und Arbeiter mit zerschundenen Kleidern waren meine ersten Eindrücke. Passend dazu trieb der Wind einige ausgetrocknete Grasbüschel über den Boden.

Genau so hatte ich es mir vorgestellt und gewünscht. Eine einmalige Stadt, die völlig anders als andere australische Orte ist. Menschen aus 53 Nationen haben sich hier zusammen gefunden um nach Opalen zu buddeln. Einer von ihnen lernte ich am nächsten morgen kennen. Jim klingt noch nach allerwelt, der Nachname Anadopulus aber schon eher spezieller. Cooper Pedy ist fest in griechischer Hand. Danach kommen die Kroaten, Serben und auch einige Deutsche und Österreicher.

Jim nimmt sich Zeit für mich. Der Kontakt kam über seine Frau  zustande, die ich im Vorgarten antraf. Sie sprach mich an, was ich denn hier treibe. An ihrem Akzent und Aussehen war gleich klar, dass sie keine Australierin war. Denkste. Sie hat nach über 50 Jahren in Cooper Pedy die australische Staatsbürgerschaft. Vor 50 Jahren ging es den Menschen auf dem Balkan und auch Griechenland nicht besonders gut. Die australische Regierung suchte Arbeitskräfte,  bezahlte sogar deren Schiffsfahrt nach Australien. Jim war einer davon. Anfangs ist er reserviert. Er sitzt in einem Zimmer seines überirdischen Steinhauses an einem Art Schreibtisch, poliert Opale und trägt eine überdimensionale Vergrösserungsbrille. Ich halte mich bewusst mit dem Fotografieren zurück, was mir später zugute kommt. Wir labern fast eine Stunde und werden dabei sozusagen warm miteinander.

Dann geschieht überraschendes. Er geht zu seinem Safe und zeigt mir seinen, wie er ihn nennt, Pablo Picasso. Einen unfassbar schönen Opal. Jürgen, sein Bekannter, Steinhändler aus Idar-Oberstein, sei schon zweimal da gewesen um u.a. diesen Stein zu kaufen. Man habe sich allerdings nie auf einen Preis einigen können. Jim ist ein Fuchs, das spüre ich. Ihn auszutricksen scheint unmöglich. Er kennt sich aus. Der Stein habe mehr als 100 Farben. Pro Farbe rechne man 1000 Dollar. Und dann hat er ihn in den Händen und das Beste, ich darf ihn Fotografieren.

Jim spürt, dass ich mich wirklich interessiere, obwohl ich ihm gleich klar gemacht habe, dass ich nichts stecken habe. Trotzdem zeigt er mir seine ganzen Schätze. Seine Frau ist mittlerweile auf dem Stuhl in der Küche eingeschlafen. Beide sind über 70 Jahre und die Hitze macht ihnen deutlich zu schaffen. Cooper Pedy ist einer der heißesten Orte der Welt. Im Hochsommer zeigt das Thermometer zeitweise zwischen 40 und 48 Grad.

Auch Rosi bestätigt mir, dass es im Sommer in Cooper Pedy unerträglich heiß ist. Nicht umsonst haben die Menschen ihre Wohnungen in die Erde gebaut. Dadurch ist es zu jeder Jahreszeit um die 23 Grad in den Wohnungen. Rosi ist schon vor 28 Jahren in die Stadt gekommen, sie blieb sozusagen hängen. Heute lebt sie mir ihrem schottischen Freund in einer Erdwohnung. Ihr zweites Standbein ist eine tierfreundliche Pension oder besser gesagt eine voll ausgestattete tierfreundliche Appartementwohnung  ihr Haupterwerb ist ein Café in dem sie u.a. Belgische Waffeln verkauft. Ich bestelle mir die mit Vanille Soße und bunten, süßen Gems. Ein Geschmack will nicht so recht aufkommen. Es liegt wohl an der Hitze. 

Am späten Nachmittag beziehe ich mein Nachtquartier und das wird mir wohl ewig in Erinnerung bleiben. Noch nie habe ich mein Zelt unter der Erde aufgeschlagen, obwohl man sich das für einen Saarländer mit Bergbaugeschichte durchaus vorstellen könnte. Nirgendwo sonst auf der Welt gibt es einen solchen Zeltplatz. Mein Innenzelt habe ich schon mal außen aufgebaut. In der Erde ist es nicht wirklich hell, nur wenige Lampen beleuchten das unterirdische Dunkel. 

Dann geht es gut 8 Meter tief in die Erde. Von Meter zu Meter wird es spürbar kühler. So angenehm, dass ich schon fast an eine Jacke denke. Irgendwie wirkt alles ein bisschen unheimlich, zumal ich am ersten Abend alleine bin. Es ist nichts zu hören, außer meinem Atem. Ich nutze die letzten Tageslichtstrahlen, die durch die Luftlöcher in die Tiefe fallen, zum Fotografieren meines Platzes. 

Am nächsten Morgen werde ich früh wach. Eigentlich immer um die gleiche Uhrzeit. Ach wie schön ist es doch geregelt schlafen zu können. Es ging weiter mit den Kuriositäten. Ich fuhr zum Golfplatz von Cooper Pedy. Richtig gelesen. Zum Golfplatz. Ein Golfplatz mitten im nowhere, in einer wirklich menschenfeindlichen Gegend. Es war an dem Tag so heiß, dass ich mir auf der Glatze hätte ein Spiegelei kochen können. 

Leider war ein Runde auf dem Platz nicht möglich. Auch eine Drachlenkopfeckse wollte sich am Clubheim einen Schläger ausleihen. Aber auch die hatte keine Chance. Ruhetag. Oder besser, wegen Hitze geschlossen.

Klar dreht sich in dem Ort alles um Opale. Auch als Besucher kann man den Abbauprozess beobachten. Gegen Bezahlung versteht sich. Die Bedingungen der Glücksritter ist auch heute noch hart. Trotz modernerer Arbeitsgeräte. Die Arbeiter, die ich im Supermarkt im Ort antreffe, sehen abgearbeitet, ja regelrecht kaputt aus. Gute Steine zu finden ist natürlich Glückssache. Um dieses zu forcieren, gehen viele in die unterirdischen Kirchen und lassen auch mal hin und wieder ein Kerzlein brennen.

Ich stelle gerade fest, dass ich ganz schön viel über Coober Pedy labere, anscheinend hat es mir hier gut gefallen. Hat es auch. Es war aber nicht nur der Ort und seine Menschen, auch die Landschaft rund um Coober Pedy war atemberaubend. Nicht ohne Grund wurden hier Filme wie Mas Max 3 gedreht. 

Was mich in Australien am meisten beeindruckt und begeistert ist schnell auf den Punkt gebracht. Es ist zweifellos die offene, unbekümmerte, ja fast kaum zu glaubende Herzlichkeit. Hier ist der tägliche Gruß " How is going Made" nicht ein einfacher Gruß. Man interessiert sich hier für den anderen. Und das in einer für mich bislang ungewohnten Art. In Australien stehst du nirgends länger als maximal 2 Minuten ohne dass sich irgendeiner anquatscht. Ein Australier kennt wenig Distanz. Einige Beispiele. Sonnenuntergang an der Waterfront in Darwin. Fish and Chips und ein kalter neuseeländischer Sauvignon Blanc. Es dauert gerade mal 5 Minuten bis mich jemand vom Nachbartisch auf meine australischen Boots anspricht. Diese würden mir gut stehen. Und im übrigen. Wieso ich keinen australischen Wein trinke, wo ich denn her käme und und und. Warteschlange an der Kasse am Supermarkt. Die Dame vor mir dreht sich um, fragt wie gewöhnlich wie es geht und dann geht's los. Ganz schön warm heute, es seien Gewitter gemeldet. Sie empfiehlt mir unbedingt den frischen Fisch in der Waterfront und vor allem die Austern zu probieren. Das meiste käme zwar aus Indonesien und Thailand, aber es würde super schmecken. Und das alles nachdem mich Nik am Morgen schon in die "Zange" genommen hatte. Er schläft im Nachbarbett meines Hostels. Nach mehreren Wochen Therm a Rest Matte mal wieder ein richtiges Bett. Dafür aber auch wieder Gruppenatmosphäre mit allem was dazu gehört. Nik stammt aus England, lebt aber schon seit 40 Jahren in Auatralien und arbeitet in einer Sinkmine. Er hat sich zwar schon fast mit einem anderen Mitbewohner geprügelt, da dieser ihm sein Handtuch wegräumte, mir ist er sympathisch. Alleine schon weil er mich 40 Jahre! alt geschätzt hat. Zu dieser australischen Lebensart passt hervorragend die Stadt Darwin, in der ich mich gerade aufhalte. Die für mich am meisten unterschätzte Stadt des Kontinents! Über 50 Nationen leben hier und man fühlt sich halb in Asien. Fast jeder Bewohner hier hat eine asiatische Frau. Es hat unzählige thailändische, indische, nepalesische und indonesische Reataurants. Doch an anderer Stelle dazu mehr. 


Die letzten Wochen waren sehr abwechslungsreich. Ich habe mal wieder sehr viele andere Menschen kennen gelernt. Über 4 Wochen war ich im roten Zentrum Australiens unterwegs. Es war das erwartete "andere" Australien. Ich bin zu der Erkenntnis gelangt, dass man Australien nur dann gesehen hat, wenn man auch in diesem größten aller Bundesstaaten war. Meine Reisezeit fiel nicht gerade in die Hauptsaison. Da mir die Hitze gewöhnlich nichts ausmacht, war es die sozusagen perfekte Reisezeit. Klar flucht man als, wenn das Thermometer nachts um 2 Uhr im Zelt 32 Grad zeigt, aber man gewöhnt sich mit der Zeit daran. Dafür habe ich einige Male nachts unter freiem Himmel unter dem einmaligen australischen Sternenhimmel geschlafen. Klar kommen hier Gedanken auf, was passiert wenn eine Schlange, Skorpion, Spinne oder sonst was in den Schlafsack krabbelt. Einen Tod muss man halt irgendwann sterben. 


Kings Canyon

Von Coober Pedy ging es über den durchgehend asphaltierten Stuart Highway zum Kings Canyon mit siner beeindruckenden Schlucht. Unzählige Wege lassen die Schlucht erkunden. Am besten ist der Walk entlang des Schluchtrandes, der zum Garden of Eden führt, einem idyllischen Wasserbecken mit Palmen und Farnen. Einer der vielen heiligen Plätze der Traumzeit, an welche die Aboriginal glauben. 

MacDonnell Ranges

Auf meinem Weg passierte ich kurz hinter Alice Springs die MacDonnell Ranges. Diese stehen für herrliche Schluchten, einzigartige Tierwelt und einer Vielzahl von Pflanzen. Dieser Ausflug hatte es wirklich in sich. Nicht unbedingt wegen der umwerfenden Natur, eher wegen den besonderen menschlichen Begegnungen. 

Als ich zum Campingplatz in Standley Chasm einfuhr, traute ich meinen Augen nicht. Ruth war wieder da. Die liebenswerte Deutsche, die meine Nachbarin am Uluru war. Die Begrüßung fiel dementsprechend herzlich aus. 3 Wochen lang hatten wir uns aus den Augen verloren, und dann dieser Zufall. 
Es bleib an diesem Tag aber nicht bei dieser einen Begegnung. Es gab da noch jemanden. Ich lernte Karen kennen, eine junge Chinesin aus Kanton, die seit über einem halben Jahr in Alice Springs im Rahmen ihres Work and Travel lebt und arbeitet.

Karen ist klein, zierlich, überaus hübsch und voller Power und Energie. Wieso ich das sagen kann? Ganz einfach. Sie ist den 230km langen Fernwanderweg "Larapinta Trail" gegangen. Und der hat es in sich. Nicht nur wegen den teils 30km langen Tagesetappen. Du trägst alles mit dir und das bei Tagesetappen von 30 km in brütender Hitze. Und das alleine. Zudem schläfst du mitten in der Natur und bist völlig auf dich alleine gestellt. Echt taff!

Ich denke noch oft an unseren gemeinsamen Abend in der Standley Chasm Schlucht zurück. Wir saßen abends am Zelt zusammen und tranken zu dritt eine Flasche Wein. Karen, die gerade eine 20 km Tagesetappe hinter sich hatte und Ruth, die wie immer von morgens bis abends auf den Beinen ist. Irgendwann fiel Karen so zusagen auf dem Rasen sitzend einfach um und schaffte es gerade noch ins 2m entfernte Zelt. Ruth hatte so viel zu erzählen, dass wir noch Tage hätten quatschen können.

Ein Ort hat mich in den MacDonnell Ranges in seinen Bann gezogen. Nicht weil dieser besondere Sehenswürdigkeiten hätte. Im Gegenteil. Die meisten Touristen halten hier überhaupt nicht oder wenn nur kurz, um die ehemalige Missionsstation Hermannsburg zu besichtigen.

Hermannsburg ist eine Aborigines Gemeinde mit etwa 600 Einwohnern. Die Missionsstätte wurde durch die Hermannsburger Mission in Deutschland ins Leben gerufen worden. Hier wurden die ersten Missionare ausgebildet. Viele historische Häuser sind noch erhalten und echt sehenswert. Beeindruckend zu sehen, wie man die Aborigines hier zum Glauben bekehrte. 

Ich habe schon im Beitrag über Alice Springs darüber gesprochen. Es ist schwer mit Aborigines in Kontakt zu kommen. Diese leben in sogenannten Communitys. Ein Zugang ist für Touristen verboten, es sei denn man hat eine staatliche Genehmigung. Als ich die abgezäunt Community in Hermannsburg passierte, fiel mir ein älterer Mann auf, der einsam vor seinem Haus saß. Ich erkannte die Situation sofort als Möglichkeit mit diesem in Kontakt zu kommen. Und tatsächlich, es gelang.

Es war Joseph Rontji, 75 Jahre, den ich kennen lernen durfte. Er ließ mich auf sein Grundstück. Direkt kamen zwei jüngere Kerle vom Nachbargrundstück herbeigelaufen. Joseph gab ihnen aber gleich zu verstehen, dass dies in Ordnung sei. Auch wenn er gehbehindert war, zeigte er mir seine Wohnsituation. Zum einen lobte er die Regierung, dass die meisten Aborigines mittlerweile in Häuser leben könnten. Auf der anderen Seite aber sei die Miete dafür zu hoch.

Joseph war wie fast alle Aborigines alkoholisiert. Und das schon morgens. In diesem Falle aber auch um die Schmerzen zu unterdrücken. Er war gehbehindert und trug eine unfachmännische Prothese. Er hatte sichtliche Schmerzen beim gehen. Ein Krankenhaus gebe es hier nicht. Das nächste befinde sich in Alice Springs. Zudem seien die Kosten zu hoch. Der Staat zahle zwar eine Unterstützung, die reiche aber nicht aus. Es war teilweise hart ihn zu verstehen, denn er sprach einen fürchterlichen Akzent. Doch es war eine nachhaltige Begegnung für mich. Und das Beste für mich, er ließ mich sogar ihn portraitieren, was nicht alltäglich ist. Danke Joseph.

Devils Marbles

Weiter ging es mit meinem kleinen roten Flitzer, der mich 1500km weiter nördlich bringen sollte, was er letztendlich auch anstandslos getan hat. Die Strecke Alice Springs - Darwin wird vielmals als langweilig, monoton und eintönig beschrieben. Für mich war sie das ganz und gar nicht. Zunächst passierte ich die Devils Marbles. Was für die Aborigines heilige Eier der Regenbogenschlange sind, sind für Touristen meist nur einfache runde Steine. Geschmacksache halt.

Es dürfte sich mittlerweile bis nach Deutschland rumgesprochen haben. Die Rede ist von dem mittlerweile zu Weltruhm gelangten Tomaten Zwiebel Avocado Thunfisch Salat a la Chris. Auf dem Campground Devils Marbles war mal wieder eine Gelegenheit ihn zu verfeinern. Ich kenne ihn nun mittlerweile schon so gut, schließlich bin ich seit fast einem Jahr on Tour, dass ich nach meiner Rückkehr ihn nicht mehr sehen kann, oder anfange Tomaten und Avocados zu züchten. Man wird sehen.

Mataranka

Nur einen Katzensprung entfernt, ich meine damit für Australier, denn es waren knapp 500 km, traf ich in Mataranka auf eine warme und erfrischende Hot Springs, die schon von den ersten weißen Siedlern genutzt wurde. Die Hot Springs liegen inmitten tropischer Vegetation unter Palmen an denen hunderte, vielleicht tausender Flughunde hängen, die am späten Nachmittag losfliegen und Nahrung suchen. Ein echtes Schauspiel.

Neben den Flughunden entdeckte ich nebenbei so manche eigene Spezies. So sah ich in den Hot Springs eine wahrhaftige Wassernixe. Zudem noch ein Prachtexemplar aus Melbourne. Sie hatte die Fähigkeit ohne sich zu bewegen nicht unterzugehen. Göttlich!

Daily Waters

Wo feiert man seinen Geburtstag wenn man am Arsch der Welt unterwegs ist. Klar, in einem Roadhouse. Typisch für das Outback sind diese Versorgungsstationen für Touristen, Einheimische, Road Train Fahrer und sonstige zwielichte Gestalten.

Ich hatte den ganzen Tag auf dem Bock gesessen und war froh am späten Nachmittag diese Oase  erreicht zu haben. Ich höre noch heute das kalte Bier zischen, das ich mir in den nüchternen Magen gegönnt habe. Der Spaß im Kopf war innerhalb Sekunden zu spüren. Es war recht wenig los in dem Pub. Einige Mädels müssen kurz vor meiner Ankunft abgereist sein. Wenigstens hatten sie mir ihre Bra zurückgelassen.

Ich hätte mir keinen besseren Ort zum Geburtstag aussuchen können. Das Pub ist eine echte Institution mit einer authentischen Atmosphäre. Das Essen war genau so wie es sich für ein Road House gehört. Heiß, fettig, deftig. Dass ich daneben noch ein schwedisches Ehepaar kennenlernte war nur eine Nebensache, wenngleich sie mir von Schweden vorschwärmten und mir auch eine Ferienunterkunft in Aussicht stellten.

Fotoexkurs "im Outback"
Katherine Gorge

13 tiefe Schluchten hat der Katherine River in den Sandstein gegraben. Diesen Wasserweg kann man im Ausflugsboot erkunden, mit dem eigenen oder gemieteten Ruderboot oder aber auch über unzählige Wanderwege entlang der Schlucht. Im Nachhinein war ich froh, mich für die letztere Variante entschieden haben, auch wenn ich an dem haupten Wandertag über 7 Liter Wasser getrunken hatte. Die Schlucht ist für Ihre mörderischen Temperaturen bekannt.

Bis auf einen Spanier war an diesem Tag keiner unterwegs. Das Thermometer zeigte 37 Grad im Schatten und ich hatte eine Tagestour von 12 km mit unzähligen auf- und ab Passagen vor mir. Doch am Ende war ich super zufrieden. Ich hatte wunderschöne Naturerlebnisse, gigantische Aussichtspunkte und einsame Wasserstellen entdeckt. 


Kakadu National Park


Für mich das Highlight im Top End des Northern Territory. Der Kakadu Park ist weitaus mehr als ein stinknormaler Nationalpark. Er ist Weltkulturerbe mit einer Kombination aus einer bemerkenswerten Landschaft, Tierwelt und Aborigine Kultur. Ich habe 3 wundervolle Tage in dem Park verbracht und denke noch oft an diese Zeit zurück wenn ich abends in meinem Zelt liege.

Zunächst einmal ist der Park riesengroß. Seine NS Ausdehnung beträgt 200 km, die anderen Himmelsrichtungen 100km. In erster Linie ist es ein Naturschutzgebiet in dem man die Chance hat auf unzählige Tierarten zu treffen. 80 Prozent sind Savannenwaldgebiet in einem äußert fragilen Ökosystem. 1000 verschiedene Pflanzenarten sind hier beheimatet von denen viele noch heute von den Ureinwohnern, den Aborigines, verwandt werden. Von ihnen stammen ich die zum Teil 25.000 Jahre alten Felszeichnungen.

Je nach Jahreszeit wandelt sich natürlich der Landschaftsteppich. Mal wirkt er verbrannt, mal überflutet, oder wie bei mir flimmernd heiß zu Beginn der lang ersehnten Regenzeit. Einer der Höhepunkte war zweifellos Ubirr mit den sagenhaften Blick auf Arnhem Land. Ein zweifellos magischer Ort. Auch wenn sich dort allabendlich viele Touristen einfinden, bleibt immer ein Platz zum genießen.

Fotoimpressionen Kakadu NP
Darwin

Wenn die Krokodile nicht zu mir kommen, dann gehe ich halt zu ihnen. Es war im Kakadu Park eindeutig zu warm, weshalb es die Urzeitviehcher ins tiefere Wasser zog. In der Crocosaurus Cove in Darwin hatte ich da schon mehr Glück. Dort warten mehrere Prachtexemplare auf den Besucher. U.a. auch einen der Hauptdarsteller im Film Krokodile Dundee. "Burt" lebt nun schon seit 80 Jahren und war u.a. auch in vorbezeichnetem Film zu sehen. 

Burt ist über 5 Meter lang und wiegt 11 Mal so viel wie ich. Wer über einen besonders gefüllten Geldbeutel und über genügend Mut verfügt, kann sich im sogenannten Todeskäfig ins Becken zu Burt abseilen lassen und ihm sozusagen in die Augen schauen. Für mich war es schon verwunderlich, dass Burt sich doch aggressiver zeigte, als ich es vermutet hatte. Krokodile haben halt immer fressen im Sinn. 


Darwin ist die einzigste Regionalhauptstadt Australiens, die in den Tropen liegt. Mir hat die Stadt gefallen. Sie hat was. Sie liegt am Meer und ist Bali näher als Sydney. Die Menschen hier sind rau und herzlich. Aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit sah ich schon morgens um 10 Uhr die ersten Einheimischen ein kühles Bier trinken. Die Regenzeit kündigte sich in riesigen Schritten an. Jeden späten Nachmittag zogen sich die Wolken zusammen und vermittelten eine einzigartige Stimmung. 


Darwin wurde an Weihnachten 1974 von dem Zyklon Tracy fast völlig zerstört. Menschen starben, fast alle Häuser wurden zerstört. Heute erinnern nur noch wenige zum Teil erhaltene Gebäudeteile daran. Die Stadt wirkt modern, aber eher wie ein großes Dorf. Die Waterfront ist neu entstanden. Hier lässt es sich angenehm und teuer wohnen mit sagenhaftem Blick aufs Meer. In unmittelbarer Nähe dazu die Warf mit Fischlokalen und Restaurants querbeet durch den asiatischen Kontinent. Wie gesagt, Asien ist nur eine Flugstunde entfernt und das spürt man hier. Fast jeder Bewohner bummelt abends mit einer Thailänderin, Philippinerin oder Inderin durch die Straßen. Dazwischen die Aborigines, fast wie unwirklich.

Ostküste

Bei meiner Reiseplanung suchte ich mir für die Ostküste lediglich 3 Schwerpunkte als Reiseziele heraus. Dieser Teil Australiens erschien mir für meine Person am eher uninteressantesten. Und in der Tat, am Ende meiner Ostküstentour, die 14 Tage dauerte und mich 1.731 km entlang der Küste führte, fand ich meine Vorahnung bestätigt. Wobei natürlich die Meinungen auseinander gehen. Für viele, gerade jüngere Traveller, ist die Ostküste mit ihren vielen Stränden und Partymeilen total angesagt. Für mich ähnelten sich die Beachdestinations zu sehr. Ob Cairns, Port Douglas, Mission Beach oder Airlie Beach. Alles sieht ziemlich gleich aus. Die Strände sind schön, jedoch ist das Schwimmen im Meer wegen den giftigen Quallen und den Salzwasserkrokodilen verboten. Lebensgefahr. Und hinter einem nur zu 85 % sicheren Netz zu schwimmen ist auch uncool. So hat jeder der Orte eine vorgelagerte Salzwasserlagune um Badegäste zu befriedigen. Da ich schön braun bin und eh selten bis gar nicht in der Sonne liege, waren diese Orte das Beachlife angeht, für mich eher uninteressant.

Great Barrier Reef

Port Douglas bildete für mich den Ausgangspunkt zu dem wirklich großartigen und beeindruckenden Great Barrier Reef, das sich über 2000km entlang der Ostküste erstreckt. Ich bin jedoch der Auffassung, dass man die Schönheit des Riffs nur auf zwei Arten wirklich erfahren kann. Zum einen aus der Luft. 

Es kostet zwar ein Schweinegeld, wie eigentlich alles in Australien, doch wenn man schon mal hier ist und sich überhaupt für Australien als Reiseland entschieden hat, muss man diese Attraktion einfach erleben.

Ich nutzte meine Great Barrier Reef Tour mit dem Katamaran QuickSilver, der die Ausflügler zu einer fest installierten Plattform am Aussenriff bringt, um das Riff von oben zu sehen. Eine Stunde braucht dieser riesige Katamaran zum Riff, wo man alle Möglichkeiten hat, sein Geld auszugeben und einen großartigen Tag am Riff zu erleben. 

Es besteht die Möglichkeit zu schnorcheln, zu tauchen, mit einem Glasbottemboat zu fahren oder einfach nur die köstliche eingeschlossere  Verflegung zu genießen. All what you can eat und das bei frischen Garnelen und anderem Meeresgetier lässt den Wasseraufenthalt doch deutlich verkürzen.

Das Riff ist aus der Luft betrachtet unendlich farbenfroh und man erkennt erst hier die wahren Ausmaße. Ich möchte hier leidlich eine Aufnahme zeigen, dafür sind meine anderen Fotos zu einmalig, zu schön, um sie hier zu veröffentlichen. Gerne aber in meiner Australien Audion Vision Show.

Cape Tribulation 

Am Cape Tribulation, 2 Autostunden nördlich von Port Douglas, hatte ich wirklich das Gefühl in einem Regenwald zu sein. Und das nicht nur wegen den hohen Temperaturen mit gleich hoher Luftfeuchtigkeit. Es ist der älteste Regenwald der Welt mit allem was zu einem Regelwald zählt. Ich erinnere mich immer wieder an die vielen Tiergeräusche und das zu jeder Tageszeit. Wie ein Wecker beginnen die Vögel morgens ihr Konzert. Ein echt schöner Moment so morgens geweckt zu werden. 
Ich hatte mir in Cairns einen Wagen gemietet und bin mit diesem zum Cape gefahren. In der Regel reicht ein normaler Pkw, lediglich wenn man weiter in den Regenwald vordringen will, ist ein Allrad angesagt. Das nehmen zwar nicht alle Touris so ernst, was solls, no Risk no Fun.

Höhepunkt am Cape Tribulation ist der zum Weltkulturerbe zählende Daintree Forest mit Farnen, Fächerpalmen, Mangroven und das alles vor weißem Sandstrand. Ein echt schönes Stück Natur.

Meine Wanderungen hier hatten es echt in sich. Es lief mir zwar kein Krokodil über den Weg, dafür aber mehrere Schlangen und ein Lizzard, der gerade ein Sonnenbad nahm. 

Port Douglas

Ich möchte noch kurz über Port Douglas berichten. Einen Ort, der mir erst auf den zweiten Blick gefiel. Zuerst lag er tief in der Schublade mit der Aufschrift typischer Touriort ohne Besuchswert, doch der schöne Hafenbereich, die zahlreichen Aussichtspunkte und die netten Begegnungen mit den Einheimischen holten ihn dann doch noch in die Schublade "Tagesaufflug lohnt sich".

Whitsundays 

Airlie Beach bildet den Ausgangsort, um die vorgelagerten tropischen Inseln zu erkunden. Einige davon sind exlusiv mit 6 Sterne Resort, andere wiederum unbewohnt und andere von Touristen überlaufen.
Ein Muss ist zweifellos der Whiteheaven Beach, der zurecht zu den schönsten der Welt zählt. Ich bilde mir mal ein, das behaupten zu können, schließlich war ich in Polynesien und habe einige gute gesehen. Der Sand ist echt weiß und die Körnung wie Pulverschnee. Es macht hier echt Spaß entlang zu schlendern und einfach mal die Seele baumeln zu lassen. Das gelingt bei Transportkosten für die Zubringerfähre von 105 Euro, zwar nicht jedem, aber spätestens am Abend beim Abtauchen in der Partymeile von Airlie ist alles wieder vergessen. 

Magnetic Island

Und dann war da noch eine vorgelagerte Insel zwischen Cairns und Airlie Beach, Magnetic Island. Diese lockt mit Koalas in freier Natur und als Zugabe Rockwallabys, Felsenkängurus. Also bin ich mit der Fähre übergesetzt und früh morgens über die halbe Insel gewandert. Allerdings ohne die vorgezeichneten Pelzgesichter gesehen zu haben. Doch dann kamen sie. Zwar nicht in Fülle, doch genug um diesen so typisch australischen Tierchen näher zu kommen. Ein schöner Tagesausflug der unter dem Motto stand, was man nicht alles für ein gutes Foto macht.
Das wars von der Ostküste, die Westküste wartet. In wenigen Stunden hebt mein Flieger nach Perth ab. See you later.
Westküste 

Schon anlässlich meiner ersten Australienreise wollte ich an die Westküste, hatte aber die enormen Distanzen in Australien völlig unterschätzt. Leider passiert mit das auch noch momentan. Gerade an der Westküste sind die Distanzen zwischen den Sehenswürdigkeiten groß. 500 km Tagesfahrt in meinem kleinen grünen Spielzeugauto sind schon fast normal. Meine "grüne Minna" nahm ich in Perth in Empfang. 

Perth, eine Stadt zum verlieben. Ich habe mich schon nach Stunden unheimlich wohl in der Hauptstadt Westaustraliens gefühlt. Vielleicht lag es daran, dass ich schon viel über die Stadt gelesen, gesehen und gehört habe. 

Perth ist eine weltoffene Stadt, die ähnlich wie Darwin, Asien fast näher als Sydney ist, was sich am bunten Völkergemisch der Stadt zeigt. In Perth leben mindestens so viele Nationen zusammen wie in Cooper Pedy. Besonders die vielen Schwarzafrikaner stechen deutlich heraus. Folglich sieht man allabendlich auch mal einen Inder Händchen haltend mit einer Chinesin durch die Fußgängerzone laufen. Zwischendrin ein Didgeridoospieler aus Japan oder ein Ganzkörper tätowierter Guy aus Neuseeland. 

Was mir natürlich besonders gut gefallen hat, ist die Tatsache, dass die Einwohner von Perth sportverrückt sind, das können sie auch, denn die Beamten der Stadtverwaltung haben ihnen bei der Stadtplanung auch die nötige Infrastruktur zur Verfügung gestellt. Unzählige Sportstadien, Fahrrad- und Wasserwege und eine sogenannte Sportlerstrasse entlang den unzähligen Buchten des Stadtgebietes. Da lag es um der Hand, dass auch ich morgens die Stadt laufend erkundete.

Dank meiner neuen Laufschuhe habe ich mal wieder ein völlig neues und gleichzeitig großartiges Laufgefühl. Irgendwie Schuhe mit denen man schnell laufen muss. Und so lief ich vereinzelte Kilometer unter 4 Min., was ich bestimmt schon seit 1 Jahr nicht mehr getan habe. Wahrscheinlich hat mich aber auch die großartige Kulisse am Meer entlang inspiriert und mir ein gutes Kopfkino bereitet. Perth war auch die Stadt, die mich daran erinnerte, dass wir bald Weihnachten haben und momentan in Europa die Weihnachtsmärkte Hochkonjunktur haben. Perth hat was ähnliches zu bieten. Es nennt sich Outback Christmas Market und liefert die australische Version mit Tieren den Outback. Das werden die Schlitten von Kängurus gezogen und Knecht Rupprecht kommt schon mal auf einem Emu daher geritten. Sehr lustig das Ganze. Mir hat es gefallen, zumal sogar der Weihnachtsmann kurz Zeit für mich hatte. Nebenbei bemerkt war es der erste Weihnachtsmarkt den ich mit Flip Flops besucht habe!😂

Nach einigen Tagen Perth nahm ich dann meine grüne Minna in Empfang. Neben Rot hätte es keine bessere Farbe sein können. Ideal für Aufnahmen entlang der Straße. Dabei waren nur 5 Minuten Überzeugungsarbeit bei der netten Dame von Trifty erforderlich. 


Mein Ziel ist Exmouth, knapp 1.500 km nördlich von Perth. Mein erster Stopp  im Nambung National Park war noch schöner als ursprünglich vermutet. Inmitten einem wüstenhaften Gebiet mit gelbem Sand ragen tausende Kalksteinsäulen aus dem Boden. Eine irgendwie surreale Landschaft. So muss es irgendwo auf einem anderen Planeten aussehen waren meine ersten Gedanken. Es sind Überreste zusammengedrückter Muschelschalen, die im Laufe der Jahrtausende erodierten. Eine Rundstrasse führt durch die Felsformationen. Nicht schlecht, aber ersetzt natürlich nicht einen Spaziergang, gerade bei warmem Nachmittagslicht. Zudem spazierten immer mal wieder Emus, Echsen oder auch Kängurus vorbei.

Western Australia wird selbst von den Einheimischen als schönster Teil Australiens betitelt. Wie immer hängt diese Aussage natürlich davon ab, für was man sich interessiert. Ich bin jedenfalls mit meiner Entscheidung die Westküste zu bereisen mehr als zufrieden. Sie ist nicht überlaufen, besticht mit atemberaubender Natur und die Strände und vor allem das Farbenspiel des Wassers können locker mit Südseestränden mithalten. Schon bei ersten Strandgängen sah ich Delfine, Schildkröten und Rochen. Dazu der fast schneeweißen und pulvrige Sandstrände. 


Frohe Weihnachten vom anderen Ende der Welt. Ich sitze im Flieger nach Melbourne, ein 3-stündiger Flug, der mich wieder in eine andere Zeitzone versetzt, wodurch ich der deutschen Zeit wieder 9 Stunden voraus bin und damit in Melbourne das neue Jahr wieder etwas früher begrüßen darf. Ich freue mich auf Melbourne. Eine weltoffene Stadt mit einem bunten Gemisch an Nationalitäten, was ich schon am Check Inn erfahren konnte. In meinem Flieger sitzen die unterschiedlichsten Nationalitäten und ständig sind andere Sprachen zu vernehmen. Australien wird hier seinem Ruf eines Einwandererlandes voll und ganz gerecht.

Einen Monat habe ich an der Westküste verbracht und wurde nicht enttäuscht. Ich habe in dieser Zeit fast 5.000 Kilometer zurückgelegt und meinen grünen Flitzer dabei ganz schön beansprucht. Für die Westküste zu bereisen wird im allgemeinen ein Allradfahrzeug empfohlen, was stellenweise auch wirklich von Vorteil sein kann, sofern man ein geübter Allradler ist und sich auch traut Sandpisten zu fahren. Mit dem normalen Pkw kommt man auch fast überall hin und wo es nicht weitergeht kann man vor Ort eine organisierte Tour buchen. Zusammen kommt das meistens günstiger als ein Allradler, der in der Regel 3-4 mal so teuer ist wie ein Normalo. Es hat sich auch an der Westküste gezeigt, dass die Pkw-Zeltvariante vom Kostenfaktor unschlagbar ist. Ein kleiner Wagen ist oft für 20 Euro zu kriegen, der Zeltplatz für das gleiche Geld. Wer auf Komfort verzichten kann und alles selbst dabei hat, findet in den Parks auch Campgrounds für lau oder um die 7 Euro. Besonders günstig lässt es sich an den Rastplätzen entlang des Highway übernachten. Diese erlauben 24 Stunden zu bleiben und kostet nothing. Eine nicht alltägliche Begebenheit in Australien.


Meine Lieblingsorte an der Westküste waren Kalbarri, Monkey Mia, Coral Bay und Lancelin. An diesen Orten kommt man sozusagen vorbei, wenn man sich auf dem Weg nach Exmouth befindet. Kalbarri kommt sozusagen hinter den Pinnacles. Die Diatanz beträgt um die 500 km. Hier mündet der schöne Murchison River in den Indischen Ozean. Zuvor schlängelt er sich durch enge Schluchten mit hohen Klippen, inmitten schöner Natur. Eine Schluchtenwanderung ist momentan und auch 2017 nur an bestimmten Tagen erlaubt, denn man hat damit begonnen, eine Skywalk für 22 Mio. ADollar zu bauen. In einer organisierten Tour hat man jedoch die Möglichkeit dennoch alle Highlights zu sehen. 


Man muss ab Dezember an der Westküste die Temperaturen und Windverhältnisse im Auge behalten. Der Sommer nimmt dann Einzug mit Schluchten Temperaturen jenseits der 40 Grad. Zudem treffen die ersten Zyklone ein. Ich war bei meiner Kalbarri Parktour mit einem liebenswerten Ehepaar aus Hamburg unterwegs. Wir lernten und abends zuvor am Sunset Point kennen. Mirco und ich nahmen im Rahmen unserer Tour an den Klippen Damensprungmeisterschaften teil. Aus mindestens 5 Meter sprangen wir in den Fluss der angeblich Krokodil und Schlangenfrei ist. Während ich die besten Haltungsnoten bekam, spritzte es beim "Einschlag" Mircos so heftig, dass die Greifvögel in den Felswänden ein nasses Gefieder bekamen.

Unweigerlich bleibt man sich auf der weiteren Wegstrecke erhalten, da alle Touris in der Regel die gleichen Stopps einlegen. Und so trafen wir uns noch einige Male, schon mit dem Verdacht sich gegenseitig einen Peilsender eingebaut zu haben. Daraus ist unweigerlich eine Freundschaft entstanden und die Tische auf dem Hamburger Fischmarkt sind schon so gut wie reserviert, so die Aussage von Simone. Cheers Mades! So entstanden dann auch die Aufnahmen in der Coral Bay, nachdem wir eine, ok, es waren zwei Flaschen köstlichen australischen Chardonnays geleert hatten. 

Der verlassene Shell Beach in der Shark Bay ist einer der angesprochenen Must See Stopps. Eine Anhäufung von unzähligen Herzmuscheln erzeugt ein unwirkliches Bild und ohne Sonnenbrille erblindet man fast. Mir kam hier die Idee meinen Traum vom Reisen mit einem Mobilhome fotografisch fest zu halten. Je nach Aufnahmewinkel erzeugten die Fotos täuschende Echtheit und niemand merkte es.

Der indische Ozean entlang der Westküste ist voller Meeresbewohner und je nach Reisezeit gibt es Wale, Haie, Rochen, Delfine pp. zu bestaunen. Monkey Mia ist der Ort, der sich auf Delfine spezialisiert hat. Allmorgendlich finden sich hier Delfine ein. Man füttert sie. Auf der einen Seite bedenklich und nicht unbedingt zu unterstützen, auf der anderen Seite eine Gelegenheit diesen wundervollen Geschöpfen sehr nahe zu kommen. Wenigstens wird darauf geachtet, dass man sie nicht streichelt und Chinesen sie nicht essen. Das dazugehörige Dolphin Resort ist eine richtige Wohlfühloase, wo man auch mal auf der Terrasse dicht am Meer einen Milchkaffee schlürfen oder Meeresfrüchte essen kann. 

Exmouth bildete meinen Umkehrpunkt. Ein Hasennest, das sich im Begriff befindet größer zu werden. Doch wer will schon in Exmouth, sozusagen am Ende der Welt, wohnen. Nun, ich kam dorthin um u.a. an einem der Top 10 Tauchspots dieser Welt zu tauchen, was mir auch gelang. Doch dafür musste ich tief in die Reiskasse greifen. Am Ende war es mein teuerster Tauchgang ever. Klar kommt die Frage auf, ob es sich denn wenigstens gelohnt hat. Depends.

Für Tauchbegeisterte, und ich kenne ja einige, etwas ausführlicher. Der Spot heißt Navi Pier und befindet sich auf militärischem Gebiet. Alleine 50 Dollar zahlt man, dieses nach strenger Passkontrolle, betreten zu dürfen. Hinzu kommen 140 Dollar für die Tauchschule. Macht zusammen 142 Euro für 1 Stunde Spaß unter Wasser. Der Spot ist super einfach zu betauchen, da man immer um eine Pier herum taucht. Um diese sammeln sich dann alle Arten von Pelzgesichtern. Ich war in einer 3er Gruppe mit einem augenscheinlichen Kampftaucher aus Australien und einem Super Saver Taucher aus England, dem schon nach 32 Minuten die Luft ausging. Nachdem wir diesen loswaren, fing mein Buddy nach 49 Minuten unruhig zu werden. Ich zeigte ihm dass wir für 60 Minuten 140 Euro zahlen. Ich hing ihn an mein Oktopuss und weiter gings. Am Ende waren es 62 Minuten was beim Australier Erstaunen hervorrief. Ich erwiderte, dass wird doch ständig nur um die 12 Meter tief waren, was bei 200 Bar gewöhnlich für eine Woche ausreicht. Ach ja, Fische gab es da auch noch. Riesige Grouper, einer an die 200 kg, mehrere White Tip Sharks, ein riesiger Krokodilfisch, Frogfish, diverse Schwärme usw., um nur einiges zu nennen. Es hatte viel Fisch, was lediglich durch die begrenzte Sicht, zw. 5 und 10 Meter, beeinträchtigt wurde. Zweifellos ein guter Spot. Ob er die Einstufung als einer der weltweit besten verdient, hängt davon ab, was man bereits gesehen hat. Einem Anfänger wird es zweifellos die Sprache verschlagen.


Für meine Rückkehr nach Perth hatte ich mir noch die unweit gelegene Insel Rottnest aufgehoben. Die Bewohner von Perth lieben diese Insel. Viele verbringen ein Wochenende zum Baden oder Wassersport hier. Auch hat die Insel sowas von sehen und gesehen werden. Sie hat aber auch noch einsame, natürliche Stellen mit viel Natur. Und inmitten dieser die Quokkas. Es sind die einzigen einheimischen Landsäugetiere hier. Sie lieben es frische, grüne Blätter der Sträucher zu fressen. Dabei sind sie von den Touris abhängig, die diese bereitwillig aus größerer Höhe herunter pflücken.

Zweifellos ist der geheimnisvoll aussehende Pink Lake, ebenfalls südlich von Perth gelegen,  eine Attaktion. Mir hat der See, aber auch die Umgebung dort gut gefallen. Die Farbe wird von einer Alge verursacht, die sich im Salz abgelagert hat. Es ist aber nicht nur die Farbe des Sees die beeindruckt, der Teil, wo sich das Wasser zurück gezogen hat und nur die Salzfläche sich im Sonnenlicht spiegelt, ist nicht minder sehenswert. Irgendwie hat man den Eindruck auf einem anderen Planeten zu wandeln.

Die letzten Tage verbrachte ich in der Magaret River Region, etwa 2 Autostunden südlich von Perth. Es ist eine hervorragende Weingegend mit schönen Landstraßen und hohen Surfwellen. By the way surfen. Was windsurfen und kiten angeht, sticht eindeutig der Ort Lancelin hervor. Eine herrliche Lagune mit stetigem Wind und dahinter haushohe Sanddünen mit weißem Sand. Hier kommen neben Allradfans auch bei Sandboardern Freude auf. 
Der Tagesabschluss war meist der gleiche. Ein schönes Läufchen am Meer und dann direkt aufs Weingut, wo die Wirkung des esten Glases nicht allzu lange auf sich warten lies. Urlaub pur.

Und dann war da ja gestern noch Heiligabend. Das zweite Mal in Folge eine schneefreie Weihnacht. Und eine warme dazu. Perth wartete mit strahlendem Sonnenschein, 32 Grad und Windstille auf. Eine Ausnahme in der zweitwindigsten Stadt Australiens. Ich verbrachte den Abend mit Heeyang, einer Südkoreanerin aus Seoul, und ihrem Freund Francesco. Als Italiener musste er so heißen. Beiden wünschten sich Dibbelabbes. Dazu gabs italienischen Rotwein und koreanische  Hähnchenschenkel, die eigentlich als Vospeise gedacht waren. Da wir zuvor am Strand und demzufolge ausgehungert waren, gab es die Schenkel als Nachspeise. 

Mein Flieger setzt gleich zur Landung in Melbourne an, die Südküste wartet. Zum Abschluss noch ein paar Impressionen aus einer ganz besonderen Gegend Australiens. Die Westküste.
Melbourne 

5 Tage habe ich in einer der lebenswertesten Städte der Welt verbracht. Das sagen zumindest einschlägige Magazine und Befragte. Bei jedem Ranking ist Melbourne unter den Top 5 in der Welt zu finden. Und in der Tat. Die Stadt hat alles was man sich so wünscht. Und sie ist vor allem eines, weltoffen und liberal. Wenigstens so lange man nicht gegen die Gesetze verstößt. Doch dazu später.

In Darwin und Perth war ich bereits erstaunt über das Multikulti. Das war jedoch nichts gegen Melbourne. Diese Stadt ist eine Hausnummer für sich. Da sitzt du auf dem Federation Square und neben dir setzt sich ein Einwanderer aus Saudi Arabien und wenige Minuten gesellt sich eine Familie aus Afrika dazu. Später stellt es sich dann noch heraus, dass es sich bei den Afrianern um waschechte Austalier handelt. Alle haben einen australischen Pass und leben schon seit Generationen hier. Melbourne ist Anziehungsmagnet für Menschen aus aller Welt. Die Frage nach dem warum ist berechtigt, gerade bei dem hohen Preisniveau. Die Antwort ist einfach. Viel finden hier einen Job und verdienen gutes Geld. Die meisten Stundenlöhne beginnen bei 25 Dollar und das bei einfachen Arbeiten. Mein Bettnachbar im Hostel ist Brasilianer, kommt aus Recife und verdient 50 Dollar die Stunde. Er ist Architekt, muss für ein dauerhaftes Visum 2 Jahre bei der gleichen Firma arbeiten. Danach sei eine Lohnsteigerung drin meint er. Schon haben wir die Erklärung warum eine Pizza 20 Dollar, ein Bier 10 Dollar und eine 80 qm große Appartement Wohnung in irgendeiner Grossstadt mit Meerblick nicht unter 400.000 Euro zu haben ist. Auswandern nach Australien ist schwierig, zumal die Regierung momentan das Rentnervisum eingestellt hat. Es geht nur noch über eine Menge Kohle, die man nachweisen muss,

Doch weiter zu Melbourne. Ich kam am Boxing Day an. Der 26.12. ist der Tag, wo die Arbeitgeber den Arbeitnehmern Geschenke für die geleistete Arbeit machen. Gleichzeitig ist er der größte Verkaufstag des Jahres. Es gibt so viele Rabatte wie an keinem Tag im Jahr. Während die Frauen shoppen sitzen die Männer im Pub, trinken Bier und schauen sich das Test Match im Cricket zwischen Pakistan und Australien an, das am Ende Australien knapp gewann. Cricket ist in der Sommersaison sehr beliebt, während im Winter vornehmlich Football oder Rugby geschaut und gespielt wird. Das Testmatch begann um 10 Uhr, also wird auch ab 10 Uhr auch Bier getrunken. Australier trinken viel und gerne. Aber kein Wasser. Dafür sind die unzähligen Bier- und Weinsorten zu lecker. Australier lieben zudem Junkfood. An einem normalen Tag wird Fish und Chips gegessen, an einem Gesundheitstag eine Pizza dazu als Vorspeise. Durch die vielen vertretenen Nationen hat jeder auch eine Geschäftsidee. Manche dem Ruin entgegen steuernd, andere wiederum super clever mit der Idee zum nacheifern. Definitiv ist die Idee ein Biolokal zu eröffnen, der falsche Weg in Australien.

Melbourne lässt jedem seiner Bewohner so viele Freiheiten wie möglich. So lange man sich benimmt und an die Regeln hält. Obdachlose werden nicht einfach so weggescheucht. Rund um die Flinders Station liegen sie allabendlich zu  Hunderten, Die Polizei kennt sie natürlich und geht bei Nichtbeachtung der Regeln recht strikt vor. Die Einsatzwagen sehen schon entsprechend aus. Der hintere Teil ist eine Art Gummizelle in der man sich vergnügen kann ohne die Beamten zu gefährden. By the way die Regeln. Von Weihnachten bis Ende der ersten Januarwoche werden die meisten Verkehrsverstösse doppelt geahndet. In dieser Zeit sind die Löhne wegen den Feiertagen höher, also müssen die Strafen auch weher tun. Und so wurde aus meinem unachtsamen Parkverstoss gleich eine Summe für die so mancher zuerst auf die Bank muss, um Geld abzuheben. Ich stand 10 Minuten in der Sammelbucht des Campingplatzes. Dort finden sich alle ein, wenn es zu einem Notfall kommen sollte. Machte am Neujahrstag dann gleich mal 155 Dollar, läppische 120 Euro. Einer Backpackerin ging es noch schlechter als mir. 22 km/h zu schnell machte am Heiligabend 800 Dollar. Merry Christmas. Und mit Ausreise vor Bezahlung ist ein schlechter Weg. Der Autovermieter gibt deine Personendaten weiter und sie schreiben dich nach Deutschland an. Und das mit kräftigen Zuschlägen. Zahlst du trotzdem nicht, wirst du mit einer Einreisesperre belegt. Zumindest innerhalb der Verjährungsfrist. Und die variiert nach Bundesstaat. Hier in Victoria sind es 5 Jahre, in Queensland 10 Jahre. Lohnt sich also nur wenn man nie mehr nach Australien will.

In Melbourne findest du an fast keiner Stelle ein unerlaubtes Graffiti. Hat vermutlich damit zu tun, dass es ganze Straßenzüge gibt, wo dies erlaubt ist. Die Sprayer sozusagen sich austoben können.  Und so hat es für jedes Hobby seine Zone in Melbourne. Unter den Brücken sind die Kletterer, entlang den Straßen oder Parks die Läufer und Radfahrer oder man vertreibt sich die Zeit Indoor. Melbourne ist nicht nur die angesagteste Stadt Australiens, sie ist die Sportstadt des Kontinent. Mitte Februar beginnen die Australien Open im Tennis und im März kommt der Formel 1 Zirkus.Dazu die ganzen kulturellen Veranstaltungen. Langeweile kann hier nicht aufkommen. Melbourne rangiert damit knapp vor Dirmingen, immerhin!

Momentan bin ich sozusagen in meiner australischen Endphase. Die letzte Woche ist angebrochen, bevor ich zum zweiten Mal nach Neuseeland gehe, um dort die Südinsel zu bereisen. Ja und danach beginnen schon die letzten Wochen meiner Pause vom Gewohnten. Klar ist die Zeit schnell vorbei gegangen. Doch ich habe auch viel erlebt. Und wie immer wenn man etwas für schön empfindet, rast die Zeit. Anders halt als beim Zahnarzt. Ich habe schon damit begonnen zurück zu blicken, lese mein Tagebuch von bereisten Ländern und schaue Fotos. Und jedesmal kommen die unterschiedlichsten Gefühle auf. Was für eine großartige Zeit, was für ein Leben, was für ein Geschenk so etwas erleben zu dürfen. 

Mein neues Jahr hat bescheiden angefangen. Der Temperatursturz in der Silvesternacht auf 20 Grad hat mich krank werden lassen. Ich habe Schnupfen mit Halsweh. Meine schlimmste Erkrankung der letzten 13 Monate. Sieht man mal davon ab, dass ich mir beim Nasenpobeln während der Autofahrt eine blutige Nase geholt habe. Da kommt einem schon mal der Gedanke an einen Krankenschein im Sabbatjahr?! Zudem regnet es seit 2 Tagen und die Great Ocean Road, auf der ich mich momentan befinde, gefällt mir auf den ersten Blick ganz und gar nicht. Vielleicht sind es auch nur die vielen Touristen, gerade aus China, die hier wie lästige Fliegen einfallen. Tausende. Eine Reise hat halt auch Hoch und Tiefs. Allen ein zufriedenes und glückliches Jahr 2017!

Achtung! Die Termine für das VHS Frühjahrssemester sind online! Mehr im Hauptmenü unter Termine!

Great Ocean Road

Ich habe 3 Monate in Australien verbracht und damit meine maximale Aufenthaltsdauer voll ausgeschöpft. Es ist definitiv ein tolles Land mit unzähligen Highlights, die oftmals weit voneinander entfernt liegen. Daher verbringt man mitunter die gleiche Zeit, die man für Erkundungen und Erlebnisse aufbringt, im Fahrzeug. Die Lebenshaltungskosten sind hoch und die Fliegenplage mittlerweile so groß, dass selbst die Einheimischen verzweifeln, doch am Ende kehrt wohl kaum einer zurück nach Hause und ist unzufrieden. Dafür sind die Australier zu herzlich und die Lebensart so angenehm. Es ist ein sicheres Land, was man heute nicht mehr von jedem Reiseland sagen kann. 

Für mich war es deswegen so interessant, weil ich zuvor in Japan war. Und ich kann sagen, selten waren für mich die Unterschiede größer wie in diesen beiden Ländern. Der Japaner schützt sich vor Sonne, arbeitet den ganzen Tag und ernährt sich vorbildlich und hat die mitunter besten Benimmregeln. Und dann kommst du nach Australien, wo du das Gefühl hast, dass ein Tag ohne Sonne wie Nacht ist. Wo in Japan die schönsten Strände verweist sind, findest du in Australien, gerade am Wochenende, keinen Menschen, der nicht am Strand oder beim Fischen verbringt. Und wo der Japaner Stunden beim schnippeln von Gemüse und den frischesten Zutaten verbringt, legt der Australier schon das dritte Steak auf den Grill. Und das schöne ist, keiner tut dem anderen weh. 

Und so ist es auch meine Überzeugung, dass man nicht unbedingt weit verreisen muss, um eine schöne und zufriedene Zeit erlebt zu haben. Wir sind geneigt zu oft zu werten und das eigene als das bessere, schönere und spannendere zu sehen. Soweit das Wort zum Sonntag. Morgen ist Montag und mein Flieger bringt mich nach Christchurch, auf die neuseeländische Südinsel, wo gerade Sommerbeginn bei gemäßigten 20 Grad sind. Für mich ein Klimawechsel. Wahrscheinlich laufe ich die ersten Tage mit Fleecepulli daher. Ich freue mich auf den zweiten Teil meiner Neuseeland Tour. Laut Erzählungen gibt es viel zu entdecken.

In 3 Monaten Australien habe ich 9000 Euro ausgegeben, die Flüge für die Ein- und Ausreise und die Fahrzeugmieten eingerechnet. Klingt viel, ist aber ziemlich untere Messlatte. Billiger schaffen es nur die Jungtraveller. Das Budget hängt natürlich auch stark davon ab wie viel man unternimmt. So waren bei meinem Budget 3 Scenic Flüge, etliche Ausflüge, Eintrittsgelder für Veranstaltungen pp. enthalten. Reingerissen hat mich lediglich der blöde Strafzettel. Ehrlich gesagt, ich ärgere mich über diesen, weil ich diesen von einer örtlichen Hipobande eingefangen habe, die eindeutig mafiöse Strukturen aufweist.

Zudem habe ich Unsummen für diverse australische Gaumenfreuden aufgebraucht. Was in Japan die Sushi, waren hier die Burger und die vielen diversen alkoholischen Getränke.

Ach ja, da war ja noch die Great Ocean Road. Mich hat sie nicht überzeugt. Klar ist der Bereich um die 12 Apostel wunderschön. Das war es aber auch. Die Orte davor und danach sind irgendwie alle gleich. Typische Urlaubsorte mit Beach Life. Für viele das Nonplusultra. Um es noch auf eine 3-, wenn ich es mal in einer Schulnote ausdrücken möchte, zu schaffen, musste schon ein Seal im Hafen von Port Fairy auftauchen und am Steg in Apollo Bay ein Pinguin nach Fischen jagen. Die Great Ocean in Fotos.

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Kommentare: 5
  • #1

    Hubert (Sonntag, 06 November 2016 19:29)

    H a p p y B i r t h d a y Christof

    Bist jetzt nach australischer Zeit schon 5 Stunden und 27 Minuten im neuen Lebensjahr
    und
    als 63er Jahrgang 53 Jahre alt
    und ich
    als 53er Jahrgang 63 Jahre jung ;-)

    Ich wünsch Dir alles Gute Schöne Liebe und komm vor allem gesund nach Hause.

    Übrigens weilt Marias Ältester Bastian seit Ende September für drei Monate zum Sprachkurs in Sydney. Einige seiner von ihm geschickten Fotos sind an den selben Örtlichkeiten aufgenommen wie deine. Könnte sogar sein, dass ihr Euch unbekannterweise zufällig über den Weg gelaufen seid.

    Hubert

  • #2

    Kurt Schwindling (Montag, 07 November 2016 20:39)

    Hi Meche ! Alles Gute zum Geburtstag !!!!!!

    Viele Grüße

    Kurt

    ( P.S.: Wann kommen die ersten Pakete mit den Polizeimützen ? )

  • #3

    Hallinger (Montag, 07 November 2016 20:44)

    Happy happy birthday !!!

  • #4

    egalwoDubist (Sonntag, 25 Dezember 2016 15:48)

    Bist einzigartig
    mit Dir und Ihr morgens um den Losheimer Stausee. ....erInnerung
    Frohe Weihnacht Christof DuParadisVogel
    jetztWeihnacht 2016

    Ich

  • #5

    Hubert (Sonntag, 01 Januar 2017 14:21)

    Gutes Neues Jahr Christof, irgendwo auf der anderen Seite des Globus bei vermutlich sommerlichen Temperaturen.

    Hast mal wieder Vorsprung vor mir und somit schon mehr Erfahrung mit dem neuen Jahr 2017, wie es sich so anfühlt und wie es wird im 2017.
    Auch wenn es diesmal nur ein paar Stunden Unterschied zwischen Australien und Deutschland sind, zählen beim Zieleinlauf ja bekanntlich die Millimeter und Tausendstel Sekunden.
    Da aber alles einen Haken hat, bist Du deswegen in Australien die die paar Stunden schneller alt geworden als ich in Old Germany.
    Ja, so ist das ;-) !

    Bei uns im Saarland zeigt sich das Wetter im besinnlichen Rauhreifkleid, kalt und diesig, Temperaturen um den Gefrierpunkt.
    Das Jahr wurde feuerwerklich begrüßt, die Neujahrswünsche sind ausgetauscht und morgen ist Montag, für viele wieder ganz normaler Arbeitstag.
    Genieße die Zeit dort wo Du bist, aber wem erzähle ich das? Bist da sowieso der Künstler!

    Dir Alles Gute für's Neue 2017
    und mir wünsche ich, dass wir uns noch oft wiedersehen und Du ganz viel zu erzählen hast.

    Hubert